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Februar 2004 Verzweiflung
Inzwischen
weiß ich schon nicht mehr, wie lange es her ist, seit
ich dich das 1. Mal wirklich gesehen habe. Klar, du warst
schon ungefähr ein Jahr lang in meiner Klasse, aber
wirklich wahrgenommen hab ich dich erst später. Und
jetzt komm ich nicht mehr von dir los. Es ist nicht so,
dass ich dir die Schuld daran geben würde, nein, du
kannst nichts dafür. Aber leider bist du auch keine
große Hilfe für mich.
Nach einem halben Jahr, in dem ich fast pausenlos an dich
denken musste, wobei ich entweder davon überzeugt war,
du würdest mich mögen oder fast in Tränen ausgebrochen
wäre, weil ich dachte du hasst mich, habe ich versucht
dich zu vergessen. Immer wieder sagte ich mir "Er
hasst mich!", "Ich hab eh keine Chance"
und "Er hat viel zu viele andere
Verehrerinnen".
Und wie durch ein Wunder hab ich dich vergessen
(wenigstens dachte ich das). Immer wenn ich dich danach
sah, hab ich mir gesagt, dass es toll ist, dich endlich
los zu sein.
Aber dann, kurz nach Anfang des neuen Jahres, als Ferien
waren, musstest du mich ja völlig fertig machen. Klar,
du kannst nichts dafür, woher solltest du auch wissen,
dass ein Telefonanruf mich so verrückt machen würde. Du
hast ja nicht mal absichtlich angerufen, sondern dich nur
verwählt. Aber als ich deine Stimme am anderen Ende der
Leitung hörte, habe ich bemerkt, wie sehr mein Herz
raste. Und seit dem denke ich wieder ständig an dich.
Es hat mir alles nichts gebracht! Warum tust du mir das
an?
Ich weiß, du würdest auch niemals darauf kommen, was
ich für dich empfinde, wie auch? Ich hab es dir ja nie
gesagt und um meine Gedanke zu lesen, muss man schon mehr
als ein normaler Mensch sein. Auch diesen Brief wirst du
niemals lesen, weil sowas nicht zu dir passt. Du bist
nicht der Typ, der auf eine Internetseite über Liebe
gehen würde. Ich eigentlich auch nicht. Aber irgendwie
muss ich mir doch Luft machen. Ich kann doch mit
niemandem darüber reden. Ich hasse mich dafür, dass ich
so unscheinbar bin, hasse mich, weil ich so hässlich
bin, wegen meines Charakters und der Art, wie ich mit
Menschen umgehe.
Dich hasse ich nicht. Du hast nicht die geringste Ahnung,
was ich fühle, wenn ich dich auch nur ansehe. Aber es
bringt ja doch nichts, das zu schreiben.
Ich wollte dir nur eines noch sagen: "Ich glaube,
ich habe mich schon vor langer Zeit in dich verliebt
Robert!"
Zusatz:
Tja, leider ist das nicht irgendeine Geschichte. Ich
wäre froh, wenn sie erfunden wäre. Aber das ist die
Realität. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden.
Auch wenn ich nie zu hoffen aufgehört habe, das konnte
ich einfach nicht, sonst wäre meine ganze Welt in
Scherben zerbrochen.
Übrigens habe ich einen solchen Brief nie abgeschickt.
Ich hatte nicht den Mut dazu.
Falls ihr Fragen habt oder einfach mit mir quatsche
wollt, schreibt doch einfach. Ich bin, auch wenn das
nicht so klingt, eigentlich sehr glücklich. Abgesehen
von dem Typen, den ich nicht vergessen kann. Ich sehe ihn
jeden Tag in der Schule. Er ist eifach so süß und nett
und cool!
Ciao ihr hoffnungslosen Romantiker!
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