| Sissy / März
2004 Mein lieber Mario - ein
Liebesbrief
Mein
lieber Mario.
Es lässt mich nicht kalt, wenn du Probleme hast. Es
lässt mich nicht kalt, wenn du Sorgen hast. Du bist mir
nicht egal. Ich habe dich lieb. Du bist mir wichtig. Ich
bin auch angekratzt, eben weil ich dir bei diesem
speziellen Problem nicht helfen kann. Es beschäftigt
mich. Es berührt mich. Es betrifft auch mich, wenn es
dir nicht gut geht. Und ich möchte, dass das so ist.
Egal ob du mir von deine Problemen erzählst oder nicht,
weis ich doch immer, wenn du welche hast. Genauso merke
ich, ob sie am Abend eines Tages gelöst sind oder nicht.
Ich sehe es dir an, sehe es in deinen Augen. Ich höre es
am Klang deiner Stimme, schon am Telefon. Ich spüre es
bei jeder Berührung. Manchmal lese ich es sogar aus
deine kurzen Nachrichten. Wenn du nachts unruhig wirst,
dann bin ich schon vorher wach. Du weckst mich nicht erst
mit deiner Bewegung. Ich glaube - ich habe das Gefühl -
dass dir zumindest meine körperliche Nähe und Wärme
ein bisschen hilft. Ich weiss, dass du beides sehr
genießt. Ich möchte dich so gern trösten. Gleichzeitig
brauche ich so viel körperliche Nähe, wenn es mir nicht
so gut geht. Und solange du so unruhig bist, geht es auch
mir nicht richtig gut. Es tut mir weh, wenn dir weh getan
wird. Ich kann und will das auch gar nicht trennen. Ich
kann nicht damit aufhören, mich um dich zu kümmern oder
damit anfangen, mich nur noch um mich kümmern, das soll
so nicht sein. Ich gehöre zu dir. Das gehört zu meiner
Vorstellung von einer Beziehung, ich kann mir das nicht
anders vorstellen. Es tut mir auch immer gut, wenn du dir
meine Probleme anhörst und beim Lösen helfen willst,
auch wenn du das nicht immer kannst. Aber schon darüber
reden, birgt manchmal eine Lösung oder auch nur etwas
Erleichterung in sich. Es tut mir weh, wenn du meine
Nähe so grob ablehnst, auch deshalb weil ich deine so
sehr brauche. Außerdem glaube ich, dass du mit der
Ablehnung nicht ehrlich zu dir und zu mir bist. Wenn du
schläfst, zeigst du mir immer wieder, wie sehr du Nähe
suchst. Schon oft hast du dich unbewusst an mich
gedrückt und ich spüre dann, wie die Berührung, die
Wärme oder auch ein Streicheln dich ruhiger werden
lässt. Ich weiss, dass du im Moment verzweifelt nach
etwas Ruhe und vor allem Schlaf suchst und gereizt bist,
weil du beides nicht findest, weil die Anspannung dir
auch körperliche Schmerzen bereitet und weil dir soviel
durch den Kopf geht, vielleicht auch unnötige Sorgen und
Ängste. Aber genau diese Sensibilität - diese
Empfindlichkeit - liebe ich so an dir. Du musst für mich
nicht immer den starken Mann geben. Eben dass dich hin
und wieder auch was zum Weinen bringt oder auch die
"Albtraumfilme", das alles macht dich so
liebenswert. Das gehört alles zu dem Mario, den ich so
lieb hab, der auch immer wieder ganz stark ist, für
mich, für andere, für sich selbst. Ich hoffe, dass die
Situation bald überstanden ist. Bis dahin bemühe ich
mich, dir keine zusätzlichen Sorgen zu machen. Versuche
dir auch ein paar Sachen abzunehmen, für die die Kraft
im Moment vielleicht nicht reicht. Ich versuche dich zu
verstehen und dir keine Vorwürfe zu machen. Und ich
versuche auch die körperlichen Folgen bei dir etwas zu
lindern. Ich wünsche mir von dir, dass du mich für dich
da sein lässt. Dass du es einfach zulässt. Dass du dich
noch öfter anlehnst, wie du es ja manchmal tust und aus
meiner Zuneigung ein bisschen Kraft schöpfst. Und bitte
gib mir dabei Gelegenheit, mich auch bei dir anzulehnen.
Mir ist bewusst, dass es dir aus verständlichen Gründen
schwer fällt, dich auf all das einzulassen, deshalb
steht es erst mal hier geschrieben. Aber nach und nach
werde ich dir all das sagen. Bis dahin will ich es dich
wenigstens spüren lassen.
Mein lieber Mario,
genauso merke ich auch, wenn es dir gut geht. Wenn du
zufrieden bist - mit dir - mit den Umständen. Ich liebe
dich, wenn du übermütig bist. Du bringst mich so oft
zum Lachen. Ich liebe es zu spüren, wie du mich
begehrst. Ich liebe es, wenn du Lust hast, egal zu
welcher Tages- und Nachtzeit. Ich liebe es dich überall
zu berühren, deine Haut zu fühlen. Ich liebe es, wenn
du mich überall anfasst. Wenn du zufrieden/befriedigt
bist, bin ich es auch. Ich sehe dich so gern glücklich,
dann will ich am liebsten immer bei dir sein - ich will
am liebsten immer bei dir sein. Mit dir ist es nie
langweilig. Immer passiert etwas Neues - Aufregendes.
Auch Dinge, zu denen ich eigentlich keine Lust hatte,
werden mit dir gemeinsam schön.
Ich liebe das Glitzern in deinen schönen Augen. Ich
liebe den kleinen Jungen, in den du dich verwandeln
kannst. Ich sehe dir gern beim Schlafen zu, wenn du ganz
ruhig und entspannt bist. Ich liebe es, wie du dich für
Dinge begeistern kannst. Ich freue mich, dass du mir
immer öfter erzählst, was dich bewegt, ohne dass ich
nachfragen muss. Ich finde es lustig, wie du dich über
nichtige Sachen (z.B. ein Fußballergebnis) endlos
ärgern oder freuen kannst. Es ist schön, wie du mir
zuhörst, auch wenn ich Sachen erzähle, die du nicht
verstehst.
Ja, meine liebe Maus, ich bin schon sehr eng mit dir
verbunden. Ich leide ebenso sehr mit dir wie ich mit dir
glücklich bin.
Zu wissen - zu sehen, dass du krank bist, bringt mich
auch sehr aus dem Konzept. Ich fühle mich dann sehr
hilflos, obwohl ich weis, dass du dir sehr gut selbst
helfen kannst und das auch tust. Zumindest weiss ich,
dass dir Kuscheln dann sehr gut tut. Ich habe das
Gefühl, es ist das Einzige, was ich im Moment tun kann.
Ich muss den ganzen Tag an dich denken und kann nur
hoffen, dass es am Abend nicht zu schlimm ist, dass die
Nacht etwas Erholung bringt. Auch in solchen Nächten
schlafe ich nicht wirklich viel. Die vertrauten
beruhigenden Geräusche fehlen, ich möchte dich die
ganze Zeit streicheln, weil du dann wenigstens ein
bisschen ruhiger wirst. Ich will alles vermeiden, was
deine Schlaf stört und am meisten stört, wenn ich
schlafe, weil ich dabei solchen Lärm mache. Ich kann dir
nicht sagen, warum ich an solchen Tagen / Abenden keine
Lust habe. Ich denke, das würde dich emotional
überfordern. Aber ich möchte einfach nicht, dass du
dich unnötig anstrengst, auch wenn du gern willst. Ich
weis, dass du den Höhepunkt dann immer sehr erkämpfen
musst. Aber was ist eigentlich schlimmer, frage ich mich
dann. Du bist so enttäuscht, fühlst dich grundlos
abgelehnt, das merke ich schon. Ich weiss nicht, ob schon
der richtige Zeitpunkt gekommen ist, dir auch nur einen
Teil von allem zu sagen. Mein Seelchen, so nenne ich dich
im Geheimen. Wie viel von dir kenne ich schon? Wie viel
weisst du von mir? Du weisst zumindest, dass ich ein sehr
emotionaler Mensch bin, aber was kann ich noch sehen
lassen, ohne dich zu überfordern? Du zweifelst ja sogar
daran, ob du überhaupt liebenswert bist - ob man es mit
dir länger aushalten kann. Ja, Mario, das kann man. Dazu
gehört viel Liebe, Verständnis und sich selbst nicht so
wichtig nehmen. Im Gegenzug erhält man einen Mann, der
für die Menschen die er lieb hat, möglich macht, was in
seiner Macht steht. Das hab ich in der kurzen Zeit schon
gelernt.
Es tut mir verdammt weh, wenn es dir nicht gut geht. Ich
hasse es, wenn dir weh getan wird. Ich bin fast krank,
wenn du krank bist. Du würdest sagen, das ist verrückt.
Aber du bedeutest eine Welt für mich. Du bist ein Teil
von mir geworden. Und so hocke ich hier und kann mich
kaum konzentrieren, weil meine Gedanken, die ganze Zeit
bei meiner kranken Maus sind, die sich sicher selbst
geholfen hat, um den Arbeitstag zu überstehen. Und
trotzdem will ich es genau wissen, will bei dir sein,
will dich trösten, weil ich doch genau weiss, wie
belastend so eine Erkältung für dich ist und weil ich
aus eigener Erfahrung weiss, dass jedes Medikament nur
vorübergehend Linderung bringt und das Einzige was
dauerhaft ist, die tröstliche Nähe eines geliebten
Menschen ist. Ich nehme mich schon sehr zusammen, nicht
ständig an dir zu kuscheln, sondern auch mal Abstand zu
halten, weil ich ja weiss, dass du das nicht ganz
nachvollziehen kannst. Aber manchmal kann ich eben nicht
anders. Du lässt mich ja auch immer wieder spüren, dass
du's geniest, geliebt und berührt zu werden.
Mein
lieber Mario,
du bist soviel für mich
Mann und Kind
Geliebter und Freund
Liebhaber und guter Kumpel
Vater und Partner
mein engster Vertrauter und Lehrer
der, mit dem ich Pferde stehlen würde
der, für den ich durchs Feuer gehe
du bist die Nummer 1 in meiner Welt.
Ich kann nur hoffen, dass ich dir immer diese Gefühle
entgegen bringen werde. Schließlich bist du mein erster
Mann. Aber es gibt nichts, was ich mehr will.
Zusatz:
Diese Zeilen sind an meinen Freund Mario gerichtet, dem
ich dass alles noch nicht so sagen kann, weil ihn seine
Ex erst vor 2 Jahren verlassen hat und er deshalb noch
sehr empfindlich mit Gefühlen ist. Nichts desto Trotz
sind sind sie absolut echt. Hier hat vor einem halben
Jahr etwas Dauerhaftes begonnen und das wissen wir beide.
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