| Kleines, einsames
Schmusekätzchen / März 2004 Fernbeziehung
Hi,
Hattet ihr schon mal eine Fernbeziehung?
Ich schon. Bzw. ich habe immer noch eine. Seit 2 lagen
Jahren und eigentlich läuft es ganz gut. Aber ich
erzähle meine Geschichte lieber von Anfang an.
Alles begann am 27.11.2001. Ich hatte eine Freundin zu
mir eingeladen, um etwas im Netz "rum zu
fuschen". Na ja im Klartext, wir wollten uns ein
paar Typen angeln. An diesem Tag haben wir bestimmt 10
Typen angesprochen, denen wir die Telefonnummern gaben
und deren Telefonnummern wir hatten. (Wir hatten so sehr
geflirtet, dass ich noch 2 Jahre danach von einem ne sms
bekommen habe, die anfing mit "Hi Schatz").
Unter anderem sprach ich dann einen an, der, wie ich
fand, einen sehr ausgefallenen und interessanten Namen
hatte. Und zusätzlich schien er aus Köln zu kommen, wo
ich sowieso des öfteren war und auch noch bin, da der
größte Teil meiner Familie im schönen Rheinland lebt.
Also sprach ich ihn an. Allerdings stellte sich heraus,
dass er nicht aus Köln kam, sondern aus O. . Aber das
war ja kein Problem für mich, denn er war in einem, für
mich sehr angenehmen Alter (16) und wünschte mir schon
seit langem einen Freund. Also flirtete ich mit ihm, was
das Zeug hielt. Zuerst erzählte ich ihm, ich sei 15,
also ein Jahr älter, als ich wirklich war. Weil ich
befürchtete, dass ich ihm sonst zu jung sein würde. Ich
hatte mich dann aber in meinem ersten Brief verquatscht
und musste ihm dann nach einer peinlicher Anfrage über
sms beichten, dass ich ihn angelogen hatte. Ich hatte es
allerdings schon vergessen, dass ich ein Jahr dazu
geschummelt hatte, weil ich so unsterblich in dieses
Phantom von Gott - na ja wollen wir nicht übertreiben -
in dieses Phantom von "Mann" verliebt war.
Meine Freundinnen durften sich eine Woche lang nix
anderes anhören als die Schwärmereien über ihn, weil
ich dachte, er ist einfach der Richtige. Und dann kam
sein erster Brief..... Super süß. Den Brief lese ich
immer noch regelmäßig. Er hatte ein 2 Seiten langes und
wunderschön romantisches Gedicht geschrieben und mit dem
Brief hatte er mich endgültig erobert. Nein eigentlich
stimmt das nicht ganz. Er hätte mich erobert, wenn er
kein PASSFOTO von sich in den Brief gelegt hätte. Wer
kennt das nicht??? Man schaut auf den Ausweis und denkt
sich, Oh mein Gott... das sieht ja grauenvoll aus.... .
Das dachte ich beim Anblick seines Passfotos leider auch.
Allerdings sagte mir damals ein kleines Stimmchen in
meinem Ohr: "behalt ihn, er sieht nicht so schlimm
aus wie auf dem Passfoto und außerdem, wo sonst bekommst
du so einen Engel als "Mann"???" Also
sagte ich ihm nichts von meinen zweifelnden Gefühlen.
Am 19.12.01 konnten wir uns dann durch einen Zufall -
oder doch dank unseres Schicksals? - in Köln treffen. Da
er mit seiner Klasse nach Köln gefahren ist und ich mit
meinem Vater ebenfalls nach Bonn. Also trafen wir uns
dort. Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich, ich
sterbe. Er sah so GEIL aus!!! Er sieht immer noch geil
aus - keine Frage. Aber ich dachte, das wird nie was. Ich
dachte, nach diesem Date würde er sich nie wieder
melden, da ich der Meinung bin, das ich an so
gutaussehende Typen nicht ranreiche. Wir waren beide ein
'wenig schüchtern'. Wir saßen nebeneinander und
schrieben uns, um uns zu unterhalten, sms. Wir gingen nur
nebeneinander her, hielten aber nicht Händchen. Aber es
war klasse. Ich habe so viel gelacht an diesem Tag, wie
ischon seit langem nicht mehr. 2 Dinge werde ich wohl nie
vergessen, die an diesem Tag vorgefallen sind. Die erste
Sache ist, dass wir an einem kleinen Hund vorbei gelaufen
sind, mit 'Polizeiuniform'. Das war so herrlich. Und das
2. war, dass ein Typ, um ihn versammelt mehrere Mädchen,
der mich an meinen Ex erinnerte, "eisgekühlter
Bomerlunder" gesungen hat. Wenn ich dieses Lied
höre, fällt mir immer wieder Köln ein und ich bekomme
immer wieder ein breites Lächeln, wenn ich nur an diesen
Tag denke. Ich dachte natürlich weiterhin, dass er sich
nie wieder melden würde, als ich in den Zug gestiegen
bin, weil ich nach Hause musste. Natürlich habe ich als
erstes eine gute Freundin angerufen, um ihr von meinem
wunderschönen Tag in Köln zu berichten und dass ich so
glücklich sei mit ihm. Sagte ihr aber auch, dass ich die
Befürchtungen habe, dass er sich nie wieder melden
würde. Doch es vergingen keine 5 Min., nachdem ich in
den Zug gestiegen war, bis ich eine SMS von ihm bekam, wo
er mir seine Liebe gestand. Daraufhin wusste ich, dass er
der Richtige ist für mich.
Aber vor unserem nächsten Wiedersehen stellte sich mein
Vater natürlich in den Weg. Es hieß, "Ich will ihn
erst kennenlernen, bevor du zu ihm fahren darfst"
(das hätte aber wahrscheinlich jedes Elternteil, dem
etwas an seiner Tochter liegt, gemacht). Dadurch verschob
sich unser nächstes Wiedersehen allerdings auf den
27.4.02 (das Datum kann ich mir nur merken, weil es einer
unserer Monatstage war). Es war wieder so lustig wie das
Treffen in Köln. Nur das wir dieses mal alleine waren,
also ohne seine Freunde. Wir gingen spazieren, was super
schön und auch super romantisch war. Wir standen unter
einer Weide (die leider gefällt wurde letztes Jahr) und
beobachteten die Leute, die sich noch so in dem Park
tummelten und machten uns ein wenig über sie lustig.
Aber ich finde es schwer, das Lachen zu verkneifen, wenn
ein kleiner "Möchtegern-Gangster" sich super
cool fühlt und über Wurzeln fahren muss und dann vor
lauter "Coolheit" vor einen Baum fährt. Oder
ein Hund, der sich etwa 15m weit weg von uns hinsetzt und
uns anstarrt. Es waren einfach so Sachen, wo man schlecht
ernst bleiben konnte. Natürlich musste etwas schief
gehen. Es ging genug schief.
Wir hatten uns gemütlich auf mein Bett gelegt und die
ersten zärtlichen Annäherungsversuche gemacht. Bis es
plötzlich Krach machte und mein Bett erst mal
eingekracht ist. Das war peinlich ohne Ende. Aber so
schnell ich konnte, stopfte ich irgendwelche Bücher
unters Bett und schon war das Problem wieder geregelt.
Also lagen wir weiterhin auf dem Bett und kuschelten und
küssten uns so sehr, dass ich dachte, ich würde gleich
ohnmächtig werden durch das Kribbeln in meinem Bauch.
Plötzlich hörten wir nur, wie sich im Schloss ein
Schlüssel umdrehte und vor Schreck sind wir
"aufgesprungen" - also aus der liegenden
Position in die sitzende Position und zwar 2 Meter
voneinander entfernt - wie unauffällig - es war
natürlich mein Vater... wer denn auch sonst? Er hat es
tatsächlich geschafft, mit uns, genaue 20min zu
verbringen. Ich dachte, mein Süßer müsste noch mal
kommen, da mein Vater ihn durch die 20 min nicht kennen
lernen konnte. Das Beste war allerdings die Begrüßung
von der Freundin meines Vaters. Sie schüttelte meinem
Schatz die Hand und sagte in fast militärischem Ton
"Ute" (so heißt sie nämlich). Und zu allem
Überfluss erinnerte ich mich ausgerechnet an den Ärger,
den ich von meinem Vater mal bekommen habe, weil ich
abgeschlossen hatte. Deshalb meinte ich, ich müsse die
Türe offen lassen. Also schon zu, aber halt nicht
abgeschlossen. Das heißt, es ging den ganzen Abend
folgendermaßen: wir näherten uns langsam der Intimität
und was geschah, Ute musste ihre Schminke abspachteln.
Kennt ihr das auch? Jemand braucht 5 Tonnen Schminke, um
sich schön zu fühlen (bei Ute ist es der Fall) und
abends vorm Schlafengehen muss das natürlich wieder
abgefräst werden. Bei Ute hieß es also: ins Bad rein,
aus dem Bad raus, ins Bad rein und wieder raus und das
bestimmt schon 10 mal. Dadurch ging dann auch Licht an,
Licht aus usw. und bei uns hieß es: anziehen, ausziehen,
anziehen, ausziehen... das nervte "kein"
stück, aber den Mut, die Klamotten einfach aus zu
lassen, hatten wir auch nicht. So schliefen wir also die
erste Nacht, die wir überhaupt gemeinsam verbrachten, in
Klamotten. Super bequem.... (denkste)
Aber nicht dass es so rüberkommt, als wäre das
Wochenende schlecht gelaufen. NEIN, überhaut nicht! Es
war wunderschön. Besonders schön war "das
Frühstück", das aus 6 Stunden Dauerknutschen
bestand. Wir lagen morgens nur im Bett und haben uns
geküsst und die Klamotten sind endlich geflogen und
blieben aus. Es war so schön. Es waren Stunden voller
Liebe und voller Zärtlichkeit und diese Stunden sind
einfach unvergesslich.
Wiedergesehen haben wir uns dann über Pfingsten. Das
waren 4 Tage nur im Bett liegen. Es war sooooooo...
schön. Detaills bleiben der Öffentlichkeit
vorenthalten. Aber die Umstände, wie ich die Erlaubnis
bekam, zu ihm zu fahren waren wieder die Härte. Ich habe
meinem Vater wochenlang hinterher gebettelt, das er
endlich bei den Eltern meines Schatzes anrufen sollte.
Nein er wollte nicht anrufen. Es kam soweit, dass seine
Mutter meinen Vater angerufen hat. Mein Vater hat mich
aber nur unter der Vorraussetzung fahren lassen, das wir
in getrennten Zimmern schlafen würden. Sie stimmte
meinem Vater zu. ABER direkt, nachdem die beiden
aufgelegt hatten, drehte sich seine Mutter zu ihm um, und
meinte, wenn er ihr versprechen würde, dass wir brav
sein würden, dürfte ich dann doch bei ihm mit im Zimmer
schlafen und das hieß auch, mit ihm in einem Bett. Wir
waren eigentlich auch soweit ziemlich brav. Seine Mutter
ist sowieso voll korrekt.
Danach haben wir uns dann regelmäßig gesehen und wir
waren nicht 2 Wochen voneinander getrennt. Doch nach den
Sommerferien 2003 zog mein Vater einen
"Schlussstrich". Er stellte die Regel auf, dass
ich nur noch einmal im Monat zu meinem Süßen fahren
darf. Und diese Regel hält bis heute an. Mein Vater
merkt leider nicht, dass er mich damit völlig kaputt
macht und ich dadurch noch depressiver, aggressiver und
unausstehlicher geworden bin. Er merkt es deshalb nicht,
weil mein armer Schatz ständig unter mir leiden muss,
weil ich meinen Stress an ihm auslasse. Zusätzlich bin
ich tödlich eifersüchtig, weil ich befürchte, dass er
mich betrügen würde, wenn er eine Tusse trifft, die ihm
besser gefällt als ich ihm gefalle. Und ich habe Angst,
dass ich auch noch so blöd bin und es nicht merke und
ihm blind vertraue, aber dabei angelogen werde von ihm.
Wie schon gesagt, er sieht richtig GEIL aus und ich bin
leider nicht eins der vielen Supermodels, die sich die
Kerle nun mal immer wünschen. Aber ich werde irgendwann
Ruhe geben, weil mir sowieso nix anderes übrig bleibt,
da ich ihn nicht 24h am Tag über 300km Entfernung
kontrollieren kann. Obwohl ich ehrlich zugebe, dass ich
es irgendwie gerne tun würde, um mir sicher zu sein,
dass er "brav" ist und vor allem TREU.
So schreiben wir nun das Jahr 2004 und ich bin immer noch
glücklich verliebt. Natürlich war nicht alles rosig in
unserer Beziehung und ich denke, zu jeder Beziehung
gehört ein wenig Streit und wenn man sich wirklich
liebt, dann bewältigt man auch diese mehr oder weniger
kleinen Streitereien. Ich hoffe ich verbringe mit ihm
soviel Zeit in Liebe wie meine Großeltern (sie haben vor
2 Jahren goldene Hochzeit gefeiert). Ich habe mit ihnen
einen Pakt geschlossen. Wenn sie ihre Diamantenhochzeit
feiern, feiere ich mit ihnen meine grüne. Mal gucken, ob
daraus was wird....
)
Zusatz:
die geschichte ist mein "2jähriger"
lebenslauf, der nur grob umschrieben ist.
verzeiht mir bitte meine rechtschreibtfehler. ich bin
schreibe immer so schnell, dass ich nicht richtig auf RS
aufpasse.
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