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2009 Die Andere
Da war
er wieder. Der Mann, den sie öfter in der Disko begegnet
ist und außer sich gegenseitig anschauen nichts gelaufen
ist. Heute nacht, sagte sie sich, heute nacht, wird er
mich ansprechen! Und so geschah es auch. Sie tauschten
nummern aus. Eigentlich wollte sie nichts ernstes doch
mit der Zeit entwickelten sich gefühle. Sie verbrachten
viele Nächte zusammen. Doch mit der Zeit wurde er
komischer und komischer. Er meldete sich kaum noch, dann
teilte er ihr mit, dass er unsicher wäre. Sie wollte ihn
aber nicht loslassen. Sie hatte sich Hals über Kopf in
ihn verliebt.
So kam es auch, dass sie ihn ständig sms schickte.
Daraufhin erhielt sie einen Anruf worauf sich eine
Frauenstimme meldete und ihr mitteilte, dass sie die
Freundin wäre von ihm. Für sie brach eine Welt
zusammen. Sie hatte ihre Zukunft mit einem Mann noch nie
so klar gesehen, sie hatte ihre Kinder mit ihm gesehen
und jetzt ist alles vorbei?? Das wollte sie nicht
glauben. Sie war sich sicher, dass er der Mann für die
Zukunft ist. Sie ließ ihn in Ruhe, hoffte innerlich, er
würde sich melden.
Öfters traf sie ihn auf der Straße im Auto, doch sie
tat so als würde ihn nicht sehen......
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| Smika / Januar
2009 ...und eine Cola
Eine
cola sagte er.
Blasser teint, sommersprossen. Ein verschmiztes lächeln,
das sich in seinem rechten mundwinkel hervor spielte.
Eine cola.
Damit fing alles an.
Erst viel später bemerkte ich die warmen, braunen augen,
die ruhig und klug jedes detail, jede regung um ihn herum
wahrnahmen.
Die wachen, warmen augen. So klug. So braun wie whisky,
in eichenfässern.
Bei diesem schiefen, so charmanten lächeln kniff er eins
seiner augen kleiner und bewirkte so diesen
unvergesslichen ausdruck, der von dem moment an mein herz
höher schlagen lassen sollte.
Eine cola sagte ich.
Gleichzeitig bewegten wir uns auf´s selbe ziel und - da
war es!
ein bilderblitz durchfuhr mich, als seine hand mit meiner
zusammen traf.
Für eine winzige sekunde, einen wimpernschlag, war ich
plötzlich nicht mehr auf dem viel zu vollen, viel zu
grellen messestand in münchen. Bediente nicht als
messehostess die internationalen besucher und vertreter
an hässlichen, runden bistrotischen.
Ich fühlte mich, als säße ich an einem fröhlich
dahinplätschernden bach im wald und als tauchte ich
meine hand ins kühlende, weiche fließwasser. Ganz
ruhig, ganz klar. Ganz ich.
Ich liebte ihn.
Bis heute verstehe ich nicht, was mit mir in diesem
einzigen moment geschehen ist.
Ich weiß nur, dass ich ihn von dem moment an liebte. Ihn
suchte. Ab da in jedem gesicht das eine suchte. Bis heute
suche.
Am tag darauf fasste ich all meinen mut zusammen. frag
ihn einfach sagte ich mir. Frag ihn, ob er nachher mit
mir und den mädels in münchen etwas trinken gehen mag.
Ganz unverbindlich. Ganz spontan. Ganz frei.
Ich fragte ihn.
Doch. er verstand mich nicht.
Fragend suchten seine warmen augen in meinem gesicht nach
worten die er verstand. Sein blick traf meinen und ich
spürte, dass ich rot wurde. Ich war verliebt.
Spain? Ich verneinte. French? Er verneinte. English? Yes
Klar dachte ich! Blasser teint, sommersprossen, er
spricht englisch: er ist engländer!
So, wie er aussieht muß er engländer sein!
Ich malte mir aus wie er lebt. In england.
Doch ich erfuhr, dass ich mich täuschte.
Er war kein engländer.
Auch kein ire.
Israel sagte er.
Israel dachte ich. Mir fielen die gesprächsfetzen ein
und verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern, was
patrick, mein bester freund, mir über israel erzählt
hatte. Er eignete sich seit jahren wissen über dieses
land und dessen religion und kultur an. Aber es hatte
keinen sinn.
Ich brachte nichts sinn machendes zusammen. Ich gestand
mir mein unwissen ein.
- Wo war israel noch mal?
Egal.
das einzige, was mich wirklich interessierte, war, ob er
mitkommt.
er kam.
Unbeholfen verabredeten wir uns. 20.00 uhr am
hauptbahnhof.
Ich war noch nie in münchen und hatte den bahnhof vor 2
tagen bei meiner ankunft erstmals gesehen. Ihn würde ich
finden. Schließlich war ich nur zum arbeiten hier her
gekommen.
Ich kannte mich nicht aus. Und er? Er war zum ersten mal
überhaupt in deutschland. Ein wunder, dass wir uns
tatsächlich dort wieder sahen!
nachdem ich über eine halbe stunde mit blankliegenden
nerven am gleis 1 gewartet hatte, wuchsen meine sorgen
und phantasien, was alles schief gelaufen sein mochte.
Er hat sich verlaufen! Wird er kommen? Hat er mich
versetzt?
Ist er das? Oder das?
Wenn ich gehe, kommt er dann um die ecke?
War er schon da und ich habe ihn verpasst? Nicht gesehen?
Nicht erkannt?
Hat er mich gesehen? Und habe ich ihm nicht gefallen?
Hat er sich´s anders überlegt? Hat er.
- Da war er!
Legèr in jeans und grauem sweatshirt. Ganz anders als am
Mittag. Als sein fein auf seinen teint abgestimmten anzug
mit dieser grotesk aussehenden gelben krawatte.
Erleichterung ließ meinen körper weich werden.
Aber. wie sollte ich ihn begrüßen?
Ich fühlte mich ihm so vertraut und irgendwie.
verbunden.
Wir umarmten uns. Erleichtert. Bis wir uns erinnerten,
dass wir uns ja gar nicht kannten! Schüchtern standen
wir da. alles um mich herum war nicht mehr existent.
All die leute, die vorhin noch überall herum liefen und
in vorbei fahrende bahnen ein- und ausgestiegen waren,
waren nicht mehr da. kein einziger mensch war mehr in
unserer nähe.
Alles war auf einmal viel heller und es gab nur noch ihn
- und mich.
Ich fühlte meine unsicherheit und all die verwirrenden
gefühle, die ich nicht verstand und nicht verstehen
wollte. Ich schob alles zur seite. Wischte jegliche
gedanken zur seite.
Er war da!
Wer bist du?
Was machst du? Und warum bist du hier?
Und .was machen wir jetzt?
Völlig kopflos liefen wir in irgendeine richtung bis wir
merkten, dass wir und für ein ziel entscheiden sollten.
verlegen trafen sich unsere blicke. Und manchmal auch
unsere arme beim gehen.
Mein gott!
Was passierte mit mir?! Schoß es mir duch den kopf.
Ah, astrophysik.hm.. ich studiere modedesign.
Jude.. was hatte mir patrick noch mal über diese
religion erzählt..?! was wusste ich über juden?
Filme und literatur über den holokaust, den 2. weltkrieg
liefen in schwarz-weißen bildern wie von einem band ab.
Berühr mich.
Küss mich.
Ich kann dich nicht lassen.
Bleib noch einen moment, nur noch kurz. Dich zu küssen
ist so schön. Viel zu schön.
Nimm mich mit sagte er.
Das geht doch nicht. ich kenn dich doch gar nicht.
Außerdem bewohnte ich ein appartment eines mannes, den
ich nicht kannte, den ich erst einmal gesehen hatte, als
er mir den schlüssel übergeben hatte. Ein entfernter
freund des freundes meiner freundin aus bonn.
Da kann ich doch nicht einfach einen typ mitnehmen, den
ich auch nicht kannte, dessen sprache ich nicht mal
verstand. Nicht einmal lesen konnte!
Nimm mich mit. entscheide, bevor die letzte bahn fährt!
seine küsse waren wie dumpfe watte, die mich einhüllten
und seine augen, der einzige wegweiser. Ich war völlig
verloren.
Seine hände, das einzige, das mir halt geben konnte.
Jetzt war es geschehen. Die letzte bahn verließ soeben,
den bahnhof!
Jetzt hatten wir die letzte bahn verpasst.
Egal - Ich kann nicht aufhören dich zu küssen. Küss
mich.
Ich war süchtig. von diesem ersten moment an war ich
süchtig.
Süchtig nach ihm.
Wir tafen uns jeden tag der übrig bleibenden woche.
Und jeden tag wurde der schlafmangel unübersehbarer.
Augenringe.
Nervosität und dämmerzustände mischten sich in die
überdosen kaffee.
Essen brauchte ich scheinbar nie wieder!
Dieses flattern im bauch beim gedanken an ihn und die
gemeinsamen nächte.
Ich war noch nie so verliebt.
Ich suchte ihn und er suchte mich.
Es war als würde die welt heller und wir größer als
alle anderen, wenn er da war.
Er.
Nichts schien mehr wichtig.
Den abschied verdrängten wir.
Unaufhaltsam nagten die zeiger der zeit an der uns
vergönnten zeit. Sie gruben sich vorwärts und trugen
stück für stück ab. Bis ich ihn zum letzten mal sehen
sollte.
Die sonne schien.
Und schlug mir ins gesicht an diesem tag. Unaufhaltsam.
Ungnädig. Unausweichlich sah ich diesen moment auf mich
zukommen. Ertrug ihn.
In münchen.
Auf der parkbank.
Seine haare blitzten rot auf in der gelben sonne, als er
mir sagte, dass wir uns wieder sehen würden. Wir uns
schreiben werden und ich bald nach israel kommen soll.
Die sonne stach mir gelb in die augen, als ich ein
letztes mal braune augen sah. Küsste.
Wie ein süchtiger, der bewusst die letzte dosis
empfängt, spürte ich ihn. Sah ihn. Roch ihn. Schmeckte
ihn.
Er ließ mich zurück.
Saß da auf der parkbank und bewunderte ein letztes mal
sein fein auf seinen teint abgestimmtes hemd mit der
grotesk aussehenden gelben krawatte.
Ich blinselte.
- er war weg.
Weg.
Einfach weg.
Und nur die sonne stach mir in den augen, während ich
tief inhalierte.
War es der zigarettenrauch, der tränen rief?
Zusatz:
Wahre Geschichte.
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