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2005 Des Waldes Magie
Was für
ein schöner Tag es doch heute war! Es schien zwar keine
Sonne und es war leicht verregnet, aber es roch so gut,
nach frischem Regen und die Luft war so leicht und frei
zu atmen! Am großen Platz wo alle ausgestiegen waren,
wartete Lilian auf den Gruppenführer, der sie alle in
die Wandertour einweihte. Lilian hatte gegen ihre Eltern
das Wort erhoben und sich bei einer Wandertour für
Jugendliche eingetragen. Ihre Eltern waren immer strikt
dagegen gewesen, dass sie sich mit der "ärmeren
Gesellschaft" trifft oder befreundet, diese würden
ihr doch nur die Scheine aus der Tasche ziehen! Aber Lil'
war da ganz anderer Meinung, waren es doch nur Menschen
wie sie oder ihre Eltern. Klar, sie hatten gewiss nicht
so viel Geld wie ihre Familie, aber wie heißt es doch so
schön 'Geld verdirbt den Charakter'! Bei ihren Eltern
jedenfalls war es so....
Jedenfalls war Lilian gerade 3 Stunden mit dem Bus
Richtung Schottland gefahren, um dort in einem 'angeblich
magischen' Wald zu wandern. Aber momentan stand sie noch
auf dem Busparkplatz und wartete darauf, dass es losging.
Sie sah ein paar Leute aus ihrer Stadt, unter anderem ein
paar Jugendliche aus dem Kinderheim, die sie vom Sehen
kannte. Mit ein paar von ihnen hatte sie schon zwei drei
Sätze gewechselt aber nichts besonders..... Gut, der
Gruppenführer war endlich da und las die Namen aller
Anwesenden vor, als Kontrolle dass alle anwesend waren:
"Elisabeth, Sandra, Christian, Eric,..." 'Eric?
Der Eric?' dachte Lil und sah sich schnell um, bis ihr
Blick ihn erreicht hatte! Da stand er doch wirklich
wahrhaftig! Eric! 'Was macht der denn da, ich dachte
immer, er geht nicht mit seine Heimgenossen weg?!' Aber
anscheinend tat er es doch. Eric war elternlos und lebte
seit 3 Jahren in dem Heim in ihrer Stadt. Lilli hatte
schon öfters wenige Sätze mit ihm gewechselt, aber
wirklich viel wusste sie nicht von ihm. Ihre Großmutter,
die in diesem Heim arbeitet, betreut die Kinder, die dort
leben, manchmal erzählt sie auch was dort so passiert,
aber über Eric hatte sie noch kaum ein Wort verloren. Er
schien ihr immer wie ein Rebell zu sein, wie ein Rebell
gegen sein eigenes Herz, unfähig zu lieben, weil er es
von seinen Eltern nie gelernt hatte. Und somit auch
unfähig zu leben, welches Leben ist schon ein Leben wenn
es keine Liebe darin gibt?!
Er sah sie ebenfalls an und rief ihr zu "Hey
Lilian!" 'Wow, er kennt meine Namen!' Die anderen
Heimkinder blickten zu Lilian hinüber und freuten sich,
sie zu sehen, kannten und mochten sie ihre Oma doch sehr
gut leiden!
"So Kinder, jetzt geht's los! Wir gehen jetzt da
runter zu diesem Durchgang da hinten, und da lassen wir
dann unsere Tickets abstempeln, ok?! Wenn ihr irgendein
Problem habt, sagt es mir, ihr könnt mich Amid nennen.
Alles klar? Also dann, auf geht's!" Es waren an die
40 Teenager und Lilian war mittendrin, sie fühlte sich
etwas unbehaglich, wen kannte sie denn schon? War es
wirklich so eine gute Idee gewesen, bei so vielen fremden
Menschen mitzureisen?! Doch plötzlich überkam sie ein
Gefühl des Mutes. Warum sollte es ihr nicht gefallen,
sie ist offen für Neues, was kann schon schief gehen?!
'Was ist denn das für ein Gedränge von hinten... was
... was soll denn das?' Beinahe hätte sich Lil umgedreht
und ein mahnendes Wörtchen gesprochen, doch
glücklicherweise hielt sie diesmal ihren Mund, denn nur
einen Augenblick später stand der Grund des Gedränges
neben ihr: ... Eric! "Hey" erwiderte der
Schönling und blickte sie mit einem kurzen Lächeln an.
Und ganz urplötzlich kam ein riesiges Gefühl von Freude
in ihr hoch und dieses Gefühl schien sie zu überrennen,
schien sie mit Leben überhäufen zu wollen, so als
würde sie vor Freude platzen wollen! Lilian umklammerte
seine Arm und hüpfte wie ein kleiner Hase auf und ab, so
sehr hatte sie sich gefreut, dass sie nicht alleine
wandern musste! "Was ist denn mit dir los?"
lachte Eric sie ganz herzhaft an. Dabei verengten sich
seine Augen, wobei man seine klaren blauen Pupillen noch
sehen konnte. Sein Mund wurde immer breiter und seine
weißen Zähne traten zum Vorschein. Ganz unverhofft, so
als wäre es alltäglich, nahm er Lilian an die Hand und
hielt sie ganz fest. Sie strahlte über beide Ohren
hinaus, so als wäre sie frisch verliebt. Doch war sie es
auch?! "So muss keiner von uns beiden alleine
gehen!" flüsterte er hinüber gebeugt in ihr Ohr.
Die beiden liefen ebenso wie alle anderen durch den
Ticketdurchgang und dann machte der Weg gleich eine
Biegung nach rechts. Es war ein schöner sauberer
Wanderweg, leicht zu gehen, da keine Kieselsteine auf dem
Weg lagen, die am Fuß drücken hätten können. Der Wald
wuchs links und rechts des Weges hinauf in den Himmel und
zeigte seine volle Pracht! Ein kräftiger Baum nach dem
anderem entsprang hier seinen Wurzeln. Lilli betrachtete
einige Schilder und Menschen die am Wegrand standen und
ebenfalls auf ihre Wandergruppen warteten, da war z.B.
ein alter Mann mit einem Wanderstock, ein kleines Kind
das weinte, weil es aufs Klo musste, Lilians Eltern...
'Meine Eltern!!! Waaaas?' Sie blickte wie vom Blitz
getroffen zurück... doch nichts von ihren Eltern war zu
sehen. Was für ein Schock, sie hatte sich anscheinend
nur getäuscht! "Alles in Ordnung?" fragte Eric
mit fragendem Blick. "Ja ... ja klar, dachte, ich
hätte da jemanden gesehen!" Die leichte Blässe
ihres Gesichtes verschwand und ihre normale Hautfarbe
kehrte wieder zurück.
Ein Gefühl der Sicherheit legte sich um sie, beschütze
sie als wäre eine Mauer aus Glas um sie herum, die
niemand brechen könnte, und sie blickte auf ihre und
Erics Hand hernieder und wusste, woher dieses Gefühl
kam. Sie beobachtete ihn, wie er neben ihr dahin schritt,
den Wäldern lauschte und dem Tanz der fallenden Blätter
zusah. Er hatte wohl bemerkt, beobachtet zu werden und
sah sie an, ein Lächeln auf seinen Lippen konnte er sich
nicht verkneifen! Lil erwiderte sein Lächeln und fühlte
sich gut. Einfach nur gut!
Der Wanderweg warf eine erneute diesmal größere
Rechtskurve in den Wald. Der Weg verlief ein bisschen
steiler, als der gerade zurück gelegte Weg, sodass ein
paar jüngere Kinder - die vor Lillian liefen - zu murren
begannen. Ein paar ältere drehten sich um und wirkten
diesem Murren entgegen, indem sie die Kinder lachelnd
veräppelten.
'Was tust du da Lilian??' Es war als würde ihr jemand
ein Messer in die Brust rammen. War das gerade ihre Mum
und ihr Dad die zu ihr gesprochen hatten? Liefen sie etwa
vor ihr? Lilli wurde ganz schummrig im Magen und Blässe
suchte ihr Gesicht heim. Sie wollte den Handgriff von
Eric lösen, doch er hielt so eisern fest, als würde er
sie nie mehr los lassen wollen! Schweiß bildete sich auf
ihrer Stirn, was sollte das? Warum sah sie ihre Eltern?
Wenn ihre Eltern sehen würden, dass Eric ihre Hand
hielt, wäre das ganz und gar nicht gut! Nein, das wäre
äußerst schlecht, sind sie doch immer so streng in
Bezug auf Jungs, ganz besonders wenn diese Jungs etwas
von ihrer Tochter wollten. Doch sie konnte nirgends ihre
Eltern sehen, hatte sie sich etwa schon wieder
getäuscht?
Die Wanderung ging noch zwei Stunde durch den Wald, ohne
Pausen, bergauf, bergab, um Kurven, durch Täler, über
Brücken, an kleinen Bächen und einem großen Seen
vorbei, bis sie schließlich an ein riesiges Baumhaus
gelangten. Es war gigantisch! Monströse Holzbalken waren
zu einem dreistöckigen, massiven Haus zusammengebaut,
nach außen hin war alles offen, die Luft konnte also
zirkulieren. Das Baumhaus war stabil und es strahlte eine
gewisse Wärme aus, die ihm ein Antlitz des eigenen
Zuhauses verlieh. Die dunklen Brauntöne des Baumaterials
harmonierten wunderbar mit dem saftigen Maigrün des
umgebenden Waldes. Abstrakte Blattformen hingen an den
offenen Seiten herein. Es sah aus wie ein mächtiger
Balkon der rundherum um einen dicken Baumstamm ging und
da wo er begann auch wieder endete! Im Inneren des
Baumhauses befanden sich Sitzmöglichkeiten und ebenso
gemütliche Plätze zum Stehen, es war wie verzaubert,
die Luft roch frisch, so als hätte es eben geregnet und
der Regen hätte jeden noch so kleine Schmutzpartikel aus
der Luft geschwemmt. Selbst ein kleine Bar mit
Erfrischungsgetränken gab es.
Jeder genoss es im Baumhaus. Über eine große
Wendeltreppe die um den Stamm hinauf führte stiegen Lil
und Eric bis zur höchsten - zur dritten - Etage hinauf.
Es war ein wundervoller Ausblick! Vögel saßen auf den
neben dem Baumhaus wachsenden Ästen, sie zwitscherten
als wäre es normal, so viele Leute in ihrem heimatlichem
Wald zu sehen. Obwohl Lilian Höhenangst hatte, lief sie
zu den offenen Fenstern und blickte hinaus, man konnte so
weit hinaus blicken, ... sie schloss die Augen, holte
tief Luft, .... es war atemberaubend schön hier, richtig
magisch. Sie stand alleine an dem Balkon, und blickte
verträumt in die Ferne. Eric hatte ihre Hand an der
Treppe losgelassen und stand wie angewurzelt da. Er
blickte Lilli an, als wäre sie eine Fremde für ihn, die
soeben sein Herz gestohlen hat, sein Atem blieb
verwunderlich gleichmäßig, obwohl er noch nie zuvor so
gefühlt hatte... ihr Haar wurde leicht vom Wind
angehoben und Strähne für Strähne nach hinten geweht.
Jeder andere hätte eine Gänsehaut bekommen, da es
allmählich Abend und somit frisch wurde, doch Lil stand
einfach nur da und genoss diesen kühlen frischen Wind
der ihr ins Gesicht blies. Das bewunderte Eric, er war
hin und weg von ihr. Durch einen Rumpler eines anderen
Wanderers wurde er aus seiner Tagtraumphase
herausgerissen und sah sich kurz nach demjenigen um, der
ihn angerumpelt hatte, sogleich machte er sich auf, und
ging auf Lilian zu.
Es schien ihr, als würde der Wind ihren Namen rufen, und
so fuhr sie erschrocken herum und.... da stand er. Er
hatte sich ihr leise genähert und stand ihr nun
liebevoll ganz nahe gegenüber, sein Blick über sie
wachend und wohlwollend in ihre Augen blickend. Er nahm
sie bei den Händen, ihre Finger glitten ineinander, und
jeder einzelne Finger hielt den anderen fest, so als
wären sie von einer Hand, ...von einem Arm, ... von
einem Körper, ... ... von ein und derselben Seele. Ihre
Blicke verschlangen sich, als würden sich beide darin
verlieren wollen, so als wären es des einen Fenster in
des anderen Seele. Er hielt sie fest, als würde er ihr
Leben in seinen Händen halten, so sicher und
selbstverständlich, wie der Schutz einer Mutter
gegenüber ihrem Neugeborenen. Lilian fühlte sich
vollkommen sicher und geborgen. Mit nichts in der Welt
würde sie diesen Augenblick tauschen wollen. Ihr Herz
war ganz ruhig, obwohl sie wusste, dass es tief im
Inneren vor Sehnsucht nach diesem Jungen zersprang.
"LILIANA!!" Ein Blitz schlug neben ihr ein,
verfehlte sie um Haaresbreite. Beide spürten die Hitze
die der Blitz mit sich brachte, die Hitze die er in das
Holz steckte und es verbrennen ließ. Alsgleich begann es
strömend zu regnen, Donner erfüllte die Luft mit lautem
Gebrüll, welches durch die Knochen aller ging und jeden
erzittern ließ. Der Himmel hatte sich so tief blau
gefärbt, dass man meinen könnte, es wäre die schwarze
Leere des Universums, dass sich nun hier auf Erden breit
macht und mit dem Himmel begonnen hat. Gewaltige Wolken
waren aufgezogen und schütteten außerordentlich starke
Mengen Wasser vom Himmel herab, als könnte man meinen,
jemand wolle das schwarze Nichts des Universums vom
Himmel herabwaschen. "Lilianaaaa...." schien
der Wind aber und aber Male durch das Baumhaus zu
schreien. Lilli zuckte zusammen, klammerte sich an Eric
und versuchte Ruhe aus seinem reinen Herzen zu schöpfen.
"Was soll das? Wer erlaubt sich da eine schlechten
Witz?" Er sah sie ungläubig an, als wäre sie
verrückt. "Es ist doch nur ein Gewitter, nichts
weiter. Ich bin ja da, du brauchst dich nicht zu
fürchten!" Er legte beide Arme um sie und versuchte
ihr die Angst zu nehmen. "Hörst du das denn nicht?
Bilde ich mir das etwa ein? Ich höre ständig jemanden
meinen Namen rufen!" - "Ach so ein Qu..."
"LILIAN!" -"...atsch" entwich es ihm
nach diesem lauten Gebrüll des Windes und er hielt
Lilian noch mehr fest und versuchte sie noch mehr zu
schützen. Sie sah ihn an, suchend nach einem Beweis,
dass sie nicht die einzige war, die ihren Namen gehört
hatte. Und sie fand den Beweis, er stand ihrem
Beschützer im Gesichte geschrieben. Leichte Blässe
umrahmte seine Augen, doch hielt er sie noch immer fest,
im Glauben daran, dass er sich gerade verhört hatte.
"D-das ist nur der Wind, nichts weiter, das ergibt
nur zufällig....." versuchte er zu erklären
"... deinen Namen!" "Ach ja?!" Und
wieder peitschte der Wind und der Donner ihren Namen,
noch viel gewaltiger als die Male zuvor. Sie zuckte
zusammen, schloss vor Angst die Augen und als sie sie
wieder öffnete und über Erics Schulter blickte, standen
ihre Eltern hinter ihr.
Sie drückte sich von Eric weg, rannte zum Balkon, und
blieb wie angewurzelt stehen, so als würde sie einen
Geist sehen, ... na ja eigentlich sah sie - mehr oder
weniger - einen Geist. Zwei weiße Gestalten standen
außerhalb des Baumhauses in der Luft, so als wären sie
mit einer Schnur angebunden. "Liliana! Schämst du
dich nicht?" es war ihr Vater, der sie anbrüllte,
"du entehrst deine Familie, mit diesem armen
Landstreicher! Er ist nichts wert! Ist er doch nur auf
dein Geld aus dieser Betrüger! Was fällt dir ein, dich
so billig an ihn zu klammern?" es war wie in einem
schlechten Horrorfilm, der nie zu enden schien. Es waren
nur Sekunden, in denen ihre Eltern in drohenden Worten zu
ihr sprachen, doch kam es ihr wie ewige Stunden vor, die
sie im eisigen Wind gepeinigt von tiefem Verrat und
peitschendem Regen dulden musste. Die Zeit schien endlos
still zu stehen, bis sie schließlich von hinten gepackt
und vom Balkon weggerissen wurde, ehe ein Blitz an die
Stelle einschlagen konnte, an der Lilli zuvor gestanden
hatte. Eric hatte sie weggerissen. Durch die
Schnelligkeit mit der er agierte, wurde sie zu Boden
geworfen und er warf sich schützend über sie.
Von Schlag auf Schlag hörte das Gewitter auf und der
Wind schrie ein letztes verzweifeltes Mal Lilians Namen
und endete in einem verschwindenden Windzug, der sich in
die Tiefe des Waldes verflüchtigte! Nur noch das
beruhigende Plätschern des Regens war zu hören.
Die Jugendlichen die mit ihnen unterwegs waren, hatten
sich um die beiden versammelt und starrten sie geschockt
an. Lil lag ausgestreckt am Boden, gepeinigt durch die
erniedrigenden Worte ihres Vaters und durchnässt vom
peitschenden Regen auf dem Balkon, wo sie ihre Eltern
gesehen hatte. Ihr Gesicht war so blass, wie es nur sein
konnte, Tränen der Angst kullerten ihr die Schläfe
hinab, sie war unfähig etwas zu sagen. Ihre Arme lagen
reglos und ohne ein Muskelzucken auf Erics Rücken. Er
hatte ihr das Leben gerettet und lag halb über ihr, mit
allem Willen sie zu schützen. Was war nur geschehen? Sie
sahen einander tief in die Augen, keiner fähig auch nur
ein Wort zu sagen. Doch das mussten sie auch nicht, sie
hatte eine gewisse Verbindung zueinander hergestellt, die
keine Sprache benötigte, es war wie ein
Gedankenübertragen von Herz zu Herz. Von Seele zu Seele.
'Lebe ich noch? Hat der Schrecken jetzt ein Ende?'
'Ja,... ja das hat er!' 'Und trotzdem habe ich noch
Angst, mein Herz schlägt wie wild und mein Seele ist hin
und hergerissen dich zu küssen!' Für alle Zuschauer
vergingen Minuten, in denen sie die beiden am Boden
liegend anstarrten, doch keiner war willig, auch nur den
Blick von ihnen zu wenden, geschweige denn auch nur einen
Ton über die Lippen zu bringen! So liebevoll wie Eric
seine Hände schützend an ihren Kopf gelegt hatte und
wie seine Hände jetzt still und ruhig an ihrer Schläfe
lagen, war es wie Magie für alle Zuschauer, jeder war
gebannt auf die nächste Sekunde, gebannt auf das, was
geschehen würde.
Eine gnadenlose Stille bewachte die am Boden Liegenden.
Ihre Herzen hatten nun den gleichen Pulsschlag, die
gleiche Frequenz. Lilian war unschlüssig, doch
schließlich hob sie ihren Kopf, ihr Blick wanderte auf
die Lippen ihres Beschützers und letztlich schlossen
sich die Augen der beiden Liebenden und ihre Herzen
wurden in einem langen, sich verzehrenden Kuss vereinigt.
Lilian spürte keine Schuldgefühle, kein Bedürfnis der
Angst ihren Eltern gegenüber. Sie hatte ihre Familie
nicht in Schande gezogen, sie hatte das getan, was das
einzig Richtige war. Sie hatte ihrem Herzen gefolgt.
Gefolgt im Sinne der Liebe. Sie tat das, was sie schon
längst hätte tun sollen: gegen die Regeln ihrer Eltern
anzukämpfen und das Gute gewinnen zu lassen. Jetzt erst
hatte sie den Willen dazu gehabt, diesen Kampf anzutreten
und nun war nicht nur sie, sondern auch Eric fähig zu
leben, zu leben im Namen der Liebe.
Zusatz:
Dieses Erlebnis spielte sich in einem meiner Träume ab.
Ich bitte euch, mir eure Meinung zu dem Inhalt und der
Schreibweise zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen!
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