| Katzis / Juli
2005 Wer glaubt denn schon an Karma?
Anfang
1992 war ich durch den Tod meines Vaters und Stress mit
meinem damaligen Chef so mit dem Nerven am Ende, dass
mein damaliger Mann mir einen dreiwöchigen Urlaub auf
Gran Canaria schenkte. Ich war seit mehr als 10 Jahren
nicht mehr im Urlaub gewesen und es war das erste Mal,
dass ich allein war. Der Flug war toll und als wir nach
der Landung die Treppe auf das Rollfeld heruntergingen,
hatte ich ein derartiges Gefühl von Freiheit und genoss
die weiche Luft, also der Urlaub konnte beginnen.
Die erste Enttäuschung kam, als die Fahrt vom Flughafen
ewig lang dauerte und ich fast schon allein im
Transferbus war, der mich vor einem Hotel im sogenannten
"Sonnenland" absetzte. Die Gegend sah sehr öde
aus, kaum Pflanzen, das Hotel war in kitschigem Rosa
gestrichen. Das Maisonette-Appartment war ok, aber der
Ärger ging damit los, dass mir an der Rezeption
mitgeteilt wurde, dass das Hotelrestaurant geschlossen
sei und die Gäste daher in ein anderes Hotel zum Essen
gehen müssten. Mit mir standen noch einige Deutsche an
der Rezeption und wir solidarisierten uns sofort! Diese
Leute waren "erfahrene" Gran Canaria Urlauber,
wie sich herausstellte und informierten mich bei einem
Begrüßungsdrink ausführlich über meine Rechte und
Pflichten als Urlauber.
Am Abend kam dann auch die Reiseleiterin, die uns
mitteilte, dass wir aufgrund der Verpflegungssituation
entweder Geld zurück bekämen, oder auch in ein anderes
Hotel in Playa del Ingles umziehen könnten. Ich zog um,
nach dem die erfahrenen deutschen Urlauber mitgeteilt
hatten, dass es dort sehr viel Action gäbe. Das war
genau das, was ich wollte. Ich wollte nicht zu viel
nachdenken, sondern mich einfach amüsieren. Ich
verabredete mich noch mit den Deutschen im Cafè
Westfalia für den Abend und zog dann um.
Das neue Hotel in Playa del Ingles war nah am
Einkaufzentrum CITA und hier tobte wirklich das Leben!
Ich traf mich nach einem wirklich guten Abendessen im
Hotel mit den Deutschen im Cafè Westfalia, wo ich zum
ersten Mal in meinem Leben eine Travestieshow erlebte. Es
war teilweise an der Grenze des guten Geschmacks, aber
ich beschloss, dass Urlaub sei und ich daher über einige
derbe Witze eben lachen würde.
Wir tranken Sangria, für mich auch das erste Mal, und
ich merkte durch die Früchte nicht, wie ich langsam aber
sicher ziemlich alkoholisiert war. Ich fühlte mich so
lebendig wie lange nicht mehr und genoss die Show, die
Sangria und das Flirten mit dem Kellner José...
Jose, der jedesmal wenn er an unserem Tisch vorbei kam,
mit mir flirtete, erklärte mir kurz vor Mitternacht in
einem Kauderwelsch aus deutsch und englisch, dass er
heute Geburtgstag habe, und er mich gerne zu seiner
anschließenden Feier mit seinen Kollegen einladen
wollte, aber nur mich, nicht meine Begleitung. Es gäbe
gutes Essen und guten Wein. Wer hätte da widerstehen
können? Also ich nicht, zumal ich mich durch den
ausgiebigen Sangriakonsum ausgesprochen fröhlich und zu
allen Schandtaten bereit fühlte! Ausserdem sah José
sehr gut aus...
Ich verabschiedete mich also von meinen Landsleuten, die
mir noch mütterlich und väterlich rieten, vorsichtig zu
sein, und wartete dann auf José, der noch aufräumen
musste. Wir gingen dann zu einem supertollen roten
Schlitten, der direkt vor der CITA parkte und fuhren
einige Strassen, um dann vor einer Diskothek zu halten.
Inzwischen weiss ich, dass wir die paar Meter auch zu
Fuss hätten gehen können, aber irgendwie hat es zu
diesem Abend oder besser dieser Nach gepasst.
Wir gingen also in die Disco "Queen" wo José
von einer Menge Leute begrüsst wurde. Er hatte offenbar
tatsächlich Geburtstag und ich hatte bösartigerweise
angenommen, das sei eine Ausrede gewesen. Es gab einen
wirklich guten Rotwein, tolle Musik und eine Menge
exotischer Häppchen.
Einige Stunden und etliche zufällige Umarmungen später
- die Freunde waren alle weg - sagte José zu mir, er
müsse kurz weg, käme aber sofort wieder und ich solle
bitte hier auf ihn warten. Ich versprach das zu tun, ein
heiße Umarmung, ein heißer Blick, ein Küßchen auf die
Wange - weiter waren wir noch nicht gekommen - und er war
weg.
Urplötzlich wurde mir furchtbar übel, ich raste fast
auf die Toilette, wo ich mich übergeben musste. Danach
versuchte ich mich vor dem ziemlich blinden Spiegel
wieder vorzeigbar herzurichten. Was mir da aus dem
Spiegel entgegenblickte, war ein bleiches Geistgesicht,
dem die Übelkeit noch anzusehen war, so dass ich mir
klar darüber wurde, dass dies keine heiße Nacht werden
würde. Ich schlich also zurück zur Bar, bezahlte meine
Getränke und kroch die schier endlose Treppe der Disco
hinauf zum Taxistand. Dort fiel ich in das nächste Taxi
und nannte den Namen meines Hotels. Der Taxifahrer sah
mich zweifelnd an, fuhr aber dann doch los, nachdem er
vorher - nach einem erneuten kritischen Seitenblick auf
mich - sämtliche Fenster heruntergekurbelt hatte. Wir
kamen ohne Zwischenfall vor dem Hotel an, ich zahlte und
gab dem Fahrer ein großzügiges Trinkgeld, er hatte mich
Schnapsdrossel ja ertragen müssen, der Arme, und begab
mich dann in meinem Bungalow....
Fortsetzung folgt!
Zusatz:
Die Geschichte ist wahr und selbsterlebt und geht auch
bis zum heutigen Tag weiter!
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Lies hier die Fortsetzung von Katzis' Liebesgeschichte
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| Äpfelchen / Juli
2005 ...Alex...
Ich habe
ihn kennengelernt nach einer anstrengenden Phase meines
Lebens. Als wir uns das erste Mal getroffen haben, war es
etwas besonderes, er brachte mir eine lange rote Rose
mit, war eine imposante Erscheinung. Es war ein
wundervoller Tag, wir waren im Wald, im November. Es
hatte vorher geschneit und der Schnee wehte von den
Bäumen, er mit seinen langen schwarzen Haaren. Dann
waren wir in 'seiner' Stadt noch spazieren nach einem
Essen. Dann folgte eine stundenlange Unterhaltung in der
Nacht in seinem Auto. Die Nacht war kalt und sternenklar.
Am Morgen dann der erste Kuß, nie wurde ich so geküßt.
Wir blieben noch bis Mittag... es war sooo schön.
Mit ihm war ich dann später im Museum. In der Zeit
danach war er beruflich stark eingespannt, damit konnnte
ich nicht umgehen, zwischen unseren Treffen lagen mehrere
Wochen. Mein Sohn, mein kleines Orakel, sagte immer, wann
er anrufen würde, sagte, daß es ihm weh täte. Dann
machte ich den größten Fehler, beendete die Sache
wegen... ich weiß nicht, hab einfach mehr erwartet. Bei
unseren letzten Gespräch war er sehr getroffen, zeigte
auch echt Gefühle für mich, das tat so weh.
Nun fehlt er mir so sehr, ich glaube aber, es gibt keinen
Weg zurück, mein Leben hat sich weiter verändert, er
sagte mir auch, wenn einmal Schluß dann Schluß. Er ist
immer in meinen Gedanken.
Mein kleines Orakel sagt aber manchmal: "Alex kommt
wieder..."
Ich wünsche es mir so sehr...
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