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2006 Liebe macht blind! - eine wahre
Geschichte:
Die Geschichte von Marcus und Bianca - Teil I:
Als ich
Sie das erste Mal sah, dachte ich: Was für eine
hübsche Frau!
Ihre strahlend blaue Augen, Ihr süßes natürliches
Lächeln, Ihre Ausstrahlung, einfach der Wahnsinn in
meinen Augen. Sie hat in mir was ausgelöst, was ich
bisher noch nie erlebt habe.
Was war es? War es Einbildung? Weil ich in der
bestehenden Beziehung einfach nur noch unglücklich war?
Suchte ich vielleicht nur irgend jemanden, um einen
Absprung zu schaffen?
Oder was war es?! Ich war nun mal in einer Beziehung.
Hatte einen kleinen Sohn. Ich war aber leider viel zu
jung um mit all dem klar zu kommen. Ich war gerade mal 20
Jahre, als es auf einmal hieß: Du wirst
Vater! Ich war geschockt! Mein Leben schien von
jetzt auf gleich ein Ende zu nehmen. Ich liebte meine
Partnerin zu dieser Zeit schon nicht mehr wirklich. Und
jetzt das! Ich werde Papa! Die Welt brach zusammen. Für
immer mit dieser Frau zusammen leben? Auweia! Was hast Du
nur getan!? Na ja, das Kind kam und die Wege nahmen ihren
Lauf. Ich wollte das alles eigentlich gar nicht. Aber
trennen? Wohin sollte ich nur gehen? Sollte ich wirklich
meinen Sohn verlassen? Mein ganzes Leben Unterhalt
zahlen? Wieder bei Null anfangen? All diese Gedanken
gingen mir durch den Kopf. Sodass ich nie diesen Schritt
gewagt habe.
Doch eines Tages sollte es alles anders kommen. Ich
erinnere mich daran als wäre es erst gestern gewesen. Es
war Ende 2001. Ein Bandkollege brachte eine neue
Sängerin mit. Es war seine Cousine. Ich sah Sie und war
hin und weg. Habe mich nie getraut mit Ihr mal ein
Gespräch anzufangen. Aus Angst ich könnte mich in Sie
verlieben. Angst vor dem Schritt meine Familie zu
verlassen. Jedes mal beim Proben beobachtete ich Sie.
Wenn Sie mich ansah, drehte ich meinen Blick sofort ab
von Ihr. Wie im Kindergarten! Ich konnte Ihr einfach
nicht in Ihre bezaubernden Augen sehen. Ihr Blick hätte
gereicht, um mich zu verlieben. Ich hatte Angst. Nach
jedem Proben wartete ich, bis Sie vor oder hinter mir mit
Ihrem roten Cabrio war. Wieso weiß ich nicht!? Was hatte
ich davon? Nichts! Sie fuhr nach Hause und ich zu meiner
Familie. Irgendwann dachte ich nur noch: Lass es
lieber sein! 1. Diese Frau wirst Du eh nie bekommen. Sie
ist viel zu hübsch. 2. Denk an Deine Familie.
So vergingen gut 4 Monate. Ich war immer noch
unglücklich.
Doch plötzlich kam der Tag, an dem sich alles ändern
sollte.
Es war Freitag der 19.04.2002. Ich verabredete mich mit
meinem Arbeitskollegen zum Feiern in der Neusser
Skihalle. Es war ein sehr feucht-fröhlicher
Abend. Wir hatten sehr viel Spaß. An diesem Abend habe
ich das erste Mal mit meinem Kollegen darüber
gesprochen, dass wir jetzt eine neue Sängerin in der
Band haben. Ich sagte noch wörtlich zu Ihm: Ich
muss aufpassen, die Frau gefällt mir sehr gut. Na
ja, wir gingen dann rüber zur anderen Seite der Halle.
Plötzlich klopft mir jemand von hinten auf die Schulter
und sagt: Hallo Marcus! Mein Herz blieb
stehen. Es war die Frau, von der ich so begeistert war.
Von der ich gerade noch gesprochen hatte. Es war Bianca.
Die neue Sängerin. Ich schaute meinen Kollegen an und
wie auf Kommando packten wir uns beide an die Stirn.
Ausgerechnet Bianca dachten wir beide in diesem Moment.
Aber diesmal war alles anders. Vielleicht weil ich was
getrunken hatte? Ich war locker drauf und redete das
erste mal mit Ihr. Natürlich über die Musik. Worüber
sonst?! Wir quatschten und quatschten und quatschten ohne
dass es ein Ende nahm. Mein Kollege verabschiedete sich
inzwischen und ging nach Hause. Ich blieb natürlich da.
Auf einmal hieß es Feierabend! .Es war
mittlerweile 3 Uhr nachts und die Skihalle schloss ihre
Türen. Was nun? Nach Hause? Nein!! Auf keinen Fall!
Bianca wollte ebenfalls noch nicht nach Hause. Also
fuhren wir zwei noch in die Stadt ins Lollipop. Die haben
bis 5 Uhr auf. Bianca war mit dem Auto da, sodass wir uns
gleich auf den Weg machten. Im Lollipop angekommen,
setzten wir unsere Unterhaltung fort. Wir redeten
mittlerweile über alles Mögliche aus Ihrem und meinem
Leben. Die Nacht verflog. Es hieß wieder
Feierabend! 5 Uhr! Was nun? Ich wollte Sie
nicht gehen lassen. Sie wollte allerdings auch gar nicht
gehen. Es schien Ihr ebenfalls sehr gut zu gefallen. Wir
entschlossen uns fürs Frankies. Die haben
bis 8 Uhr auf. Und wir redeten und redeten.
Auf einmal spürte ich irgendwas in mir. Ich sah Ihr ganz
lange in die Augen und da war es passiert: Ich war
verliebt!!!! Noch nie zuvor spürte ich so ein
gigantisches Gefühl wie in diesem Moment.
An dieser Stelle muss ich eine Pause machen. Mein ganzer
Körper zittert und ich kann den Monitor vor lauter
Tränen nicht mehr erkennen.
Ich wollte es Ihr sagen, dass ich in Sie verliebt bin.
Ich sagte Ihr aber, dass ich unsere heute geschlossene
Freundschaft nicht direkt wieder zerstören will. Also
sagte ich nichts.
Es war mittlerweile 7 Uhr morgens, als mein Handy
klingelte. Es war meine Freundin, die sich Sorgen machte
wo ich denn wäre. Ich sagte nur, dass ich auf dem Weg
nach Hause bin.
So machten wir uns dann auch langsam auf den Weg. Bianca
fuhr mich nach Hause.
Im Auto fragte ich noch nach Ihrer Nummer. Als ich zu
Hause rein kam, stand meine Freundin schon in der Tür.
Sie machte gleich Theater. Mir war das aber egal und ich
legte mich ins Bett. Lange schlafen konnte ich jedoch
nicht. Ich wurde wach und mein erster Gedanke war gleich
Bianca. Sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Meine
Freundin war zu der Zeit unterwegs. Ich war hin und her
gerissen. Sollte ich Bianca anrufen? Oder lieber doch
nicht?!
Ich rief Sie an. Als ich Ihre Stimme hörte war es wieder
da. Dieses gigantische Gefühl der Liebe. Ich fragte Sie,
ob Sie gut geschlafen hätte usw. Wir verabredeten uns
für den Abend wieder in der Skihalle. Ich war auf einmal
wieder ein glücklicher Mensch. All die Jahre war ich
unzufrieden. Doch jetzt sollte sich alles ändern. Wie
gesagt, wir trafen uns am Abend und redeten wieder
ununterbrochen. Bis 4 Uhr morgens. Obwohl ich um 6 Uhr
arbeiten musste. Mir war alles egal. Sonntags auf der
Arbeit rief ich Bianca wieder an. Sie kam nachmittags zum
Proberaum, der sich auch auf dem Firmengelände befindet.
Sie brachte Kuchen und Kakao mit. Und wir redeten wieder
ununterbrochen. So langsam wurde ich Ihr gegenüber
konkreter. Ich sagte Ihr, dass ich mich in Sie verliebt
habe und meine Familie verlassen werde, wenn Sie auch
bereit dazu wäre. Sie sagte nur: Das liegt ganz
alleine an Dir! Sie hätte jedenfalls sehr viele
Gefühle für mich. Abends zu Hause angekommen legte ich
mich direkt wieder ins Bett. Ich redete kein Wort mehr
mit meiner Freundin. In meinem Kopf befand sich nur noch
Bianca.
Die nächsten drei Tage waren dann wohl die schwierigsten
in meinem bisherigen Leben. Verlasse ich wirklich meinen
kleinen Sohn? Diese Frage beschäftigte mich wirklich
sehr.
Und ich musste jede Menge Tränen dabei lassen. Es war
die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Aber es
musste nun mal eine Entscheidung her. Auf der einen Seite
mein Sohn, auf der anderen dieses gigantische Gefühl der
Liebe zu Bianca.
Die Entscheidung kam immer näher. Es war Mittwoch der
24.04.2006.
Ich war arbeiten. Wir hatten auch noch einen
anstrengenden Tag in der Firma. Es war Reparatur. Aber
zum Arbeiten hatte ich gar keinen Kopf. Wie denn auch?
Ich stand vor der größten und schwierigsten
Entscheidung meines Lebens. An diesem Tag musste ich auch
noch 12 Stunden oder sogar mehr arbeiten. Es war die
Hölle! Allein der Gedanke daran, dass mein Sohn in
Zukunft ohne mich aufwachsen wird, brachte mich fast um.
Tränen und Tränen fielen an diesem Tag. Heute sollte
die Entscheidung kommen. Ich traute mich aber nicht. Ich
telefonierte mit meinen Eltern, die das als einzige
vorher wussten. Am Ende ging mein Vater zu meiner
Freundin und hat sie vorgewarnt was ich vorhabe. Dies
bereue ich heute noch. Dass ich nicht den Mumm hatte, es
ihr selbst zu sagen. Das war einfach nur feige. Schäme
mich wirklich heut noch dafür. Aber es ist nun mal
passiert und das Leben geht weiter. Ich bin um 23 Uhr von
der Arbeit nach Hause gefahren und hab meine Sachen
gepackt. Meine Freundin war zwar am Boden zerstört, aber
mir war das egal. Ich wollte Bianca. Ich war eiskalt zu
ihr. Hat mich selbst gewundert. Bin dann mit Sack und
Pack in der Nacht zu meinen Eltern gezogen. Ich habe
nachts Bianca noch angerufen und Ihr gesagt, dass ich
ausgezogen bin. Ich fühlte mich erleichtert. Ein Stein
ist mir vom Herzen gefallen. Endlich war ich befreit von
dem Gefängnis Familie, die ich von Anfang an sowieso
nicht gewollt habe, weil ich mich dafür einfach noch zu
jung fühlte.
Am folgenden Freitag, den 26.04.2006 hab ich mich mit
Bianca wieder in der Skihalle verabredet. An diesem Abend
sind wir dann offiziell zusammen gekommen.
Nachts beim Abschied, haben wir uns dann zum ersten Mal
geküsst. Es war scheiße kalt. Unsere Knie zitterten vor
Kälte. Aber alles war unwichtig. Wir liebten uns.
Von diesem Zeitpunkt an war ich wohl einer der
glücklichsten Menschen der Welt. Ich war über beide
Ohren verliebt. Ich bereute meine Entscheidung in keiner
Hinsicht. Ich fühlte mich wie neu geboren. Wie heißt es
so schön? Eine neue Liebe ist wie ein neues
Leben. Da ist was Wahres dran.
Teil
II:
Wie
gesagt, ich war über beide Ohren verliebt und es folgten
die schönsten Monate meines Lebens. Wir verbrachten jede
freie Minute miteinander. Wenn wir arbeiten waren
schrieben wir uns eben sms oder telefonierten. Nach
Feierabend kam Bianca immer direkt zu mir nach Hause und
wir unternahmen was gemeinsam. Den Abend verbrachten wir
dann bei mir zu Hause, wo wir täglich ungestört
kuscheln und Zärtlichkeiten austauschen konnten. Es war
wundervoll. Wir erzählten uns alles aus unserem
vorherigen Leben. Jeder hörte dem anderen interessiert
zu. So erfuhr ich sehr viel von Ihren Ex-Freunden und was
Sie so alles mit ihnen erlebt hatte. Im Nachhinein war
das nicht gerade sehr gut für mich. Aber dazu später
mehr.
Fast täglich fuhren wir zu Ihren Eltern. Sie lebte
schließlich noch bei Ihnen. Am Anfang machte mir das
nichts aus. Hauptsache ich war bei Ihr. Aber irgendwann
nach ungefähr 3 Monaten störte mich das doch ein wenig,
jeden Tag stundenlang bei den Eltern rum zu sitzen.
Schließlich hatte ich doch eine eigene Wohnung. Zwar
ziemlich klein (nur ein 1-Zimmer Appartement) aber
immerhin meine eigene Wohnung. Zu dieser Zeit sagte
Bianca zu mir: Warum schlafe ich überhaupt noch zu
hause? Ich bin ja nur noch zum Schlafen da. Da kann ich
ja auch gleich bei Dir bleiben! So kam es dann, das
Sie nicht nur tagsüber sondern auch nachts bei mir
blieb. Mir war es recht. Denn jedes Mal, wenn Sie abends
nach hause fuhr, fühlte ich mich sehr alleine. Ich war
ja zu diesem Zeitpunkt noch nie alleine gewesen. Es fiel
mir sehr schwer. Außerdem vermisste ich Bianca nachts so
sehr, dass es mir den Schlaf geraubt hat. Also freute ich
mich über Ihre Entscheidung, dass Sie ab sofort bei mir
schlafen würde. Es war wunderschön zu spüren, dass Sie
neben mir im Bett lag. Ich war überglücklich.
Außerdem dachte ich, vielleicht wird sich das auch mit
dem jeden Tag nach Mutter fahren legen, wenn Sie eine
eigene Wohnung hat. Aber das war leider nicht
der Fall. Im Gegenteil!
Wir verbrachten nun noch viel mehr Zeit bei Ihren Eltern
als vorher. Mich störte das ungemein. Hatte einfach
keine Lust, täglich stundenlang da rum zu sitzen. Aber
ich wollte keinen Streit mit Ihr, also sagte ich anfangs
nichts. Hab es über mich ergehen lassen. Nach weiteren
Monaten ärgerte mich das aber so sehr, dass ich es Ihr
sagen musste, wie total mich das stört. Ich sagte Ihr,
dass wir doch eine eigene Wohnung hätten und auch mal da
unsere Zeit verbringen könnten. Sie sagte darauf, dass
Sie aber Ihre Eltern sehr vermisst und außerdem würde
Ihr die Decke in dem kleinen Appartement auf den Kopf
fallen. Also musste eine größere Wohnung her. Sie
wollte unbedingt eine größere Wohnung haben. Sie sagte,
dass sie dann bestimmt mehr Zeit dort verbringen wird,
weil es ja da auch viel zu tun gibt. Aufräumen, sauber
machen usw. Sie hätte dann eine Aufgabe. Also schauten
wir uns nach einer größeren Wohnung um. Es musste alles
sehr schnell gehen, wenn es nach Ihr ging. Sie wollte
schnellstmöglich aus der kleinen Wohnung raus. Schnell
fand sich dann auch eine große Wohnung. Um genau zu
sein, war es eine sehr große Wohnung. 4 Zimmer und
insgesamt gut 95 qm. Das war übrigens die gleiche
Wohnung, die ich vorher mit meiner Familie hatte. Nur
eine Haustür weiter. Wir renovierten die gesamte Wohnung
mit Ihrem Vater. Überall Laminatboden usw. Es war
ziemlich viel Arbeit, die auch mit sehr viel Kosten
verbunden war. Aber egal! Sie wollte ne große Wohnung,
also bekam Sie die auch. Wir haben sogar an meinen Sohn
gedacht und ihm ein Kinderzimmer eingerichtet. Obwohl
Bianca sich sehr schwer damit tat, dass ich einen Sohn
habe. Sie kam damit eigentlich überhaupt nicht mit klar.
Oft sagte Sie zu mir: Ich wünschte dein Sohn wäre
nicht da! Und dann sprach Sie stundenlang nicht
mehr mit mir, weil Sie mit Ihren Gedanken nicht klar kam.
Das war ziemlich schmerzhaft für mich. Denn schließlich
war es mein Sohn. Aber ich liebte Sie! Was sollte ich nur
tun?! Ich sagte Ihr, ich könne leider nichts mehr dran
ändern. Er ist nun mal da. Aber in dem Moment brachte
alles gute Zureden nichts. Ich stand plötzlich zwischen
den Stühlen. Auf der einen Seite mein Sohn, auf der
anderen meine große Liebe. Es war echt eine verzwickte
Situation. Ich wollte nicht, dass Sie darunter leidet,
dass ich einen Sohn habe. So kam es, dass ich nur noch
sehr wenig Kontakt zu meinem Sohn suchte. Nur um Sie
nicht zu verletzen. Obwohl mein Sohn des öfteren sagte,
dass er zu Papa möchte, habe ich jeglichen Kontakt
vermieden.
Es kostete mich sehr viele Tränen, das durch zu ziehen.
Habe sehr oft wegen meinem Sohn geweint. Aber was sollte
ich tun?! Ich liebte Sie über alles und hätte zu der
Zeit wirklich alles für Sie getan. Ich wusste, dass es
falsch war. Aber ich fand keine andere Lösung. Ich
wollte mit Ihr keinen Streit deswegen haben.
Nach einer gewissen Zeit aber hat Bianca es dann doch
mehr oder weniger akzeptiert, dass mein Sohn nun mal da
war, sodass er hin und wieder mal bei uns geschlafen hat.
Aber so richtig guten Kontakt habe ich bewusst vermieden.
Wegen Ihr. Na ja, soviel zu dem Thema Sohn.
Ansonsten war ich immer noch der glücklichste Mensch der
Welt.
Wir teilten alles gemeinsam. Sogar unser Hobby war unser
gemeinsames. Wir machten schließlich beide in der
gleichen Band Musik. Es war wundervoll mit Ihr zusammen
auf der Bühne zu stehen. Mit Ihr zusammen zu singen. Wir
sangen jeden Abend von R. Williams & N. Kidmann das
Lied Something stupid. Es war jedes Mal
wunderschön es gemeinsam zu singen. Dieses Lied wurde
zur Liebeshymne von uns. Aber es gab auch
schwierige Zeiten gemeinsam auf der Bühne. Denn
irgendwann kam der Zeitpunkt der Eifersucht.
Jedesmal, wenn ein paar Mädels auf der Tanzfläche
tanzten, fragte Bianca mich hinterher, ob ich die hübsch
finden würde. Ich sagte nur: Ich habe die gar
nicht gesehen, noch beobachtet, noch würden die mich
interessieren. Aber Sie glaubte mir das nicht.
Jedes Mal beobachtete Sie mich, wenn irgendwelche Frauen
auf der Tanzfläche waren. Es war schlimm. Ich konnte
machen was ich wollte. Sie glaubte mir nicht. Dabei
liebte ich Sie doch über alles. Und es interessierte
mich wirklich niemand anderes. Es hätte Heidi Klum oder
Claudia Schiffer vor mir stehen können und ich hätte
mich garantiert für Bianca entschieden. Sie war doch
meine Traumfrau. Warum nur, war Sie dann noch so
eifersüchtig?! Sie hatte doch gar keinen Grund dazu!?
Wie gesagt, es war sehr schlimm. Ich traute mich schon
gar nicht mehr auf die Tanzfläche zu gucken, wenn da
Frauen getanzt haben. Ich schaute demonstrativ in eine
andere Richtung, damit Sie einen Beweis hatte, dass mich
niemand anderes interessiert. Ich fing an mich zu
verstellen.
Ein anderes Beispiel für die Eifersucht:
Es war Neusser Schützenfest und eine Freundin meiner
Schwester, war zu Besuch in Neuss. Ich kenne Sabine schon
gut 15 Jahre vom Campingplatz in Holland. Sie war die
Freundin meiner Schwester. Wir trafen die beiden auf dem
Kirmesplatz und Sabine kam auf mich. Sie packte mir an
den Bart und sagte: Seit wann hast Du denn einen
Bart? Ich versuchte gerade noch nach hinten
auszuweichen. Aber es war zu spät. Bianca bekam sofort
einen dicken Hals und sagte später zu mir: Wenn
die das noch mal macht, hau ich ihr auf die
Schnauze! Ich konnte doch wirklich nichts dafür.
Bianca sprach mit mir stundenlang kein Wort mehr. Den
ganzen Weg zu Fuß nach hause war Stillschweigen
angesagt. Ich versuchte Sie zu beruhigen, aber vergebens.
Sie war stur. Irgendwann nach ein paar Stunden
Stillschweigen ist mir dann der Kragen geplatzt. Ich
sagte Ihr, dass Sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hat
und war richtig sauer. So war der Streit dann
vorprogrammiert. Wir redeten beide kein Wort mehr
miteinander. Am nächsten Tag war wieder alles in Ordnung
und wir gingen rüber zu meinen Eltern. Als wir gehen
wollten, ging ich noch kurz ins Zimmer meiner Schwester,
um mich zu verabschieden. Meine Schwester lag noch im
Bett und neben Ihr ihre Freundin Sabine. Ich sagte nur
kurz Tschüß und wir gingen raus. Draußen hatte Bianca
dann schon wieder ihr Gesicht verzogen. Ich merkte
sofort, dass Sie wieder irgendwas hat. Sie sagte:
Warum hast Du denn ins Zimmer deiner Schwester
geguckt? Du wolltest doch bestimmt nur die Sabine sehen,
wie die im Bett liegt!? Was wäre denn gewesen, wenn die
nackt gewesen wäre?! Ich verstand die Welt nicht
mehr. Ich wollte mich doch nur verabschieden sagte ich
Ihr, um Sie wieder zu beruhigen. Ich hatte wirklich
keinerlei Absichten. Aber es war wieder zu spät. Bianca
hatte einen dicken Hals und redete wieder kein Wort mit
mir. Es war wirklich schlimm. Ich konnte sagen was ich
wollte, es brachte nichts. Sie schwieg wie ein Grab. Nach
mehrmaligen Versuchen Sie zu beruhigen, wurde ich dann
auch wieder sauer und sagte Ihr, dass Sie bescheuert ist.
Und ging zum Antreten in die Stadt. Ich bin aktiver
Schütze in Neuss.
Ich konnte aber keinen klaren Gedanken fassen. Ich dachte
nur an Sie. Wir schrieben uns dann ein paar sms und alles
war irgendwann wieder in Ordnung.
Und noch ein krasses Beispiel von Eifersucht:
Bianca und ich schauten fern. Es kam Werbung. Ich schaute
weiterhin auf den Bildschirm, als die Niveawerbung kam.
Dort zu sehen war eine halb nackte Frau. Ich dachte mir
nichts weiter dabei. Auf einmal bekam Sie wieder den
dicken Hals. Und fragte mich: Findest Du die etwa
toll, oder warum guckst Du die ganze Zeit dahin?
Sie nahm die Fernbedienung und schaltete um. Ich war
perplex. Was habe ich nun schon wieder getan?! Sollte ich
etwa weg gucken, nur weil da so ne Werbung kam? Die Frau
interessiert mich doch überhaupt nicht, sagte ich zu
Ihr. Aber Sie war wieder beleidigt. Wieder sprach Sie
kein Wort mit mir. Ich versuchte wirklich alles, um Sie
von diesen kranken Gedanken abzulenken. Es brachte alles
nichts. Der Streit war wieder vorbestimmt.
Bianca hatte noch eine Schwester, die nur 2 Jahre jünger
war wie Sie. Jedes mal fragte Bianca mich, ob ich Ihre
Schwester hübsch finde. Oder wenn ich sie im Gespräch
mal angeschaut habe, hieß es direkt: Du findest
sie ja doch hübsch!? Was sollte ich nur tun. Es
war doch gar nicht der Fall. Bianca war meine Traumfrau.
Ich konnte es Ihr noch so oft sagen, Sie beruhigte sich
nicht. Es kam soweit, dass ich jeden Blickkontakt zu der
Schwester vermieden habe. Ich schaute lieber an die
Decke, bevor es wieder Streit gab.
Auch Biancas Cousinen habe ich, so gut es ging, gar nicht
beachtet. Geschweige denn, mal ein Gespräch mit denen
angefangen. Denn jedesmal hieß es: Gib es doch zu,
die sind alle viel hübscher als ich! Es war zum
Verzweifeln. Auch mit der Familie mütterlicherseits habe
ich, so gut es ging, jeglichen Kontakt vermieden. Es
hieß immer, die sind doch voll asozial, mit denen kann
man gar nicht reden. Die sind nur am saufen und reden
über schmutzige Sachen. Obwohl ich überhaupt gar keine
Probleme mit denen gehabt hätte, vermied ich den
Kontakt. Ihr zuliebe. Die müssen gedacht haben, was ist
das für ein eingebildeter Idiot. Sie wussten ja nicht,
wie ich wirklich bin. Das ich es nur Bianca zuliebe getan
habe.
Bianca und ich stritten sehr oft über solche
Kleinigkeiten.Sie hatte einfach Komplexe. Ich hab es
nicht geschafft, Ihr die zu nehmen. Ich wusste einfach
keine Lösung. Bis mir auf einmal die geniale Idee kam:
Reagiere einfach mal genauso, wie Sie es immer
tut. Vielleicht konnte ich Ihr damit zeigen, wie
schlimm das ist, wenn man so denkt und handelt. Also
reagierte ich bei jeder Gelegenheit genauso krank wie
Sie. Es war der Anfang vom Ende. Es war die reinste
Hölle. Der Ball wurde immer wieder hin und her gespielt.
Das Schlimme daran war, dass ich mittlerweile aus diesen
Gedanken nicht mehr raus kam. Ich wurde genauso so wie
Sie. Sie hatte mich regelrecht angesteckt mit Ihren
kranken Gedanken.
Das war aber nicht der einzige Streitpunkt. Es gab noch
jede Menge andere. Zum Beispiel die große Wohnung:
Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt. Ich war fürs
Staubsaugen, Putzen, Treppenhaus putzen, Einkaufen
zuständig und Sie für den Rest. Das klappte vorne und
hinten nicht. Jeder beschwerte sich, dass er mehr tun
würde als der andere. Es kam sehr oft zum Streit. Sie
war mit Ihren 20 Jahren total überfordert und ich kannte
das alles auch nicht. Ich habe in der ersten Beziehung so
gut wie gar nichts machen müssen. Aber ich habe meine
Aufgaben immer, so gut es ging erledigt. Auch wenn es mal
nicht Freitag mittag war, sondern erst Samstag morgen
oder so. Aber das hat Sie total gestört. Sie verlangte
von mir, das ich Freitag direkt nach der Arbeit anfange,
meinen Part der Wohnung zu machen. Obwohl Sie selber erst
Samstags Ihren Teil gemacht hat. Ich hab es bis heute
nicht verstanden.
Gegessen wurde zu Hause so gut wie gar nicht. Obwohl wir
eine top moderne neue Küche hatten. Aber wir waren ja
auch nie zu Hause. Immer noch fuhren wir jeden Tag zu
Ihren Eltern. Und da wurde dann abends auch gegessen.
Mich störte das natürlich unheimlich. Aber ich habe
wieder monatelang nur alles geschluckt. Bis es dann
irgendwann aus mir herausplatzte. Ich wollte zuhause
essen. Mit Ihr gemeinsam mal was kochen oder so. Aber Sie
hat es nicht eingesehen. Sie sagte zu mir: Ich gehe
doch jeden Mittag von der Arbeit aus was essen. Dann habe
ich natürlich abends keine Lust bzw. auch gar keinen
Hunger was zu essen. Ich suchte den Kompromiss. Ich
sagte, Sie solle dann mittags halt nur einen Salat oder
so essen, ich würde auch kochen. Ich hatte immer nach
Feierabend eine Stunde Zeit, bis Sie nach hause kam. Am
ersten Tag ging es noch gut. Ich habe gekocht und wir
haben endlich mal zusammen gegessen. Am zweiten jedoch
kam Sie nach Hause, ich war dabei zu kochen, und Sie
sagte zu mir: Ich habe keinen Hunger, ich habe
heute Mittag schon gegessen. Ich war stinkesauer.
Hätte Ihr am liebsten den Topf vor den Kopf geschmissen.
Sie konnte nicht verstehen, warum ich so sauer war. Sie
sagte nur, weil Sie schon mittags gegessen hätte, wäre
ich so sauer. Dass Sie mich total verletzt hat damit, hat
Sie gar nicht eingesehen. Also kochte ich nicht mehr.
Lass mich doch nicht zum Affen machen, dachte ich.
Sie sagte zu mir: Ich gehe mittags mit der Firma
essen. Warum gehst Du denn nicht bei Deiner Mutter essen?
Oder Du kochst Dir selber was!? Ich sagte, dass ich
mit Ihr essen und zusammen kochen möchte. Schließlich
haben wir doch eine Küche. Darauf sagte Sie zu mir:
Du bist nur zu faul, Dir selbst was zu
kochen! Der Streit nahm dann natürlich seinen Lauf
und der Abend war wieder mal gelaufen. Völlig frustriert
bin ich ins Bett gegangen und morgens ebenso wieder wach
geworden. Ich wollte doch einfach nur glücklich sein.
Aber ich konnte machen was ich wollte. Immer wieder kam
es zum Streit.
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