| Marcus / email / März
2006 Fortsetzung von: Liebe
macht blind!
Dann kam
Ihr Vater auch noch auf die glorreiche Idee, ein zweites
Haus bei sich im Garten an zu bauen. Es sollte für
Bianca sein. Er sagte damals schon: Ich hole meine
Töchter schon alle wieder zurück. Und jetzt das.
Er baut ein Haus. Bianca war begeistert von der Idee.
Endlich konnte Sie wieder dort hin, wo Sie aufgewachsen
war und Sie würde damit sogleich Ihr Heimweh verlieren.
Ich jedoch war gar nicht so begeistert davon. Wir waren
doch sowieso fast jeden Tag bei den Eltern. Und jetzt
auch noch dahin ziehen. Oh Gott! Ich sah es schon vor
mir. Jeden Tag bei den Eltern gefangen und Bianca wird
sich niemals von denen abnabeln. Aber Ihr Vater hatte
schon alles geplant und in Auftrag gegeben.
Es war zu spät. Wir würden definitiv zu den Eltern
ziehen. Obwohl ich ein großes Problem damit gehabt
hätte. Aber gut, es war ja noch sehr viel Zeit bis dahin
und wer weiß, was bis dahin noch alles passiert.
Dann kam der Zeitpunkt, wo plötzlich im Bett auch nicht
mehr viel lief.
Wochenlang sagte Sie mir, dass Sie keine Lust hätte. Ich
sollte Sie doch einfach mal in Ruhe lassen. Das habe ich
dann auch getan. Zumindest für eine Woche. Ich kam
wieder an und wollte mehr. Aber Sie sagte wieder Nein.
Dies ging über gute 8 Wochen so. Noch nicht einmal in
Unterwäsche oder so habe ich Sie gesehen. Sie zog sich
im Badezimmer um. Oft habe ich Sie gefragt, was das denn
sollte!? Sie sagte nur: Ich hab keine Lust darauf,
von Dir angestarrt zu werden! Na super dachte ich.
Wenn nicht von mir, von wem dann?! Im Fernsehen durfte
ich keine nackte Haut sehen und jetzt zeigt Sie mir noch
nicht einmal Ihre mehr. Es war für mich die Hölle. Wir
stritten fast täglich über das eine Thema. Ich bin nach
8 Wochen regelrecht ausgerastet. Vor lauter Wut habe ich
mir dann auch noch den dicken Zeh gebrochen, weil ich vor
Frust irgendwo gegengetreten habe.
Hat aber auch nichts gebracht. Im Gegenteil. Sie nahm
wegen meinen Ausrastern immer mehr Abstand von mir. Wo
war nur die schöne Anfangszeit hin?! Dachte ich fast
täglich. Sie war nicht mehr da. Aber ich liebte Sie
immer noch so sehr wie am Anfang. Auch wenn es sehr
schwierig war. Sie war halt meine absolute Traumfrau.
Zumindest rein äußerlich.
So kam es dann, dass wir nach nur 6 Monaten uns dazu
entschlossen, die Wohnung zu kündigen. Es ging einfach
nicht. Zu viel haben wir uns gestritten. Wir zogen aus.
Aber trennen konnten wir uns beide nicht. Zu sehr haben
wir uns trotz allem geliebt. So zog Sie wieder zu Ihren
Eltern und ich wieder in das kleine Appartement, in dem
meine Schwester bis dato wohnte.
Aber trotzdem stritten wir uns fast täglich. Entweder
war es die Eifersucht oder dieses jeden Tag bei Ihren
Eltern rumhängen, oder weil Sie mal wieder wochenlang
keine Lust auf Zärtlichkeiten hatte. Es
dauerte noch ungefähr 3 Monate und wir trennten uns.
Ich war totunglücklich darüber. Ich liebte Sie doch.
Aber warum hat es dann nicht funktioniert?! Ich kam nur
sehr schwer über die Trennung hinweg. Immer wieder
musste ich an Sie denken. Und ein Problem gab es dann
auch noch: Wir waren noch immer zusammen in der Band. Wie
sollte das nur funktionieren?! Getrennt, immer noch
große Gefühle für den anderen und dann zusammen noch
Musik machen?! Das würde nie gut gehen. Also entschloss
ich mich, Sie aus der Band zu schmeißen. Es war
natürlich für Sie ganz schwer. Ich habe Ihr das Liebste
genommen, was Sie hatte. Ihr Hobby, die Musik. Aber ich
konnte leider nicht anders. Alles andere hätte
wahrscheinlich die Band kaputt gemacht. Über Monate
haben wir nichts voneinander gehört oder gesehen. Wir
brauchten diesen Abstand auch, um über alles hinweg zu
kommen.
Jeden Freitag und Samstag ging ich in die Disco bei uns
in der City. War irgendwann sogar Stammgast. Man kannte
mich schon mit Namen. Aber jeden Abend ging ich depressiv
alleine nach Hause und musste wieder an Bianca denken.
Was Sie wohl so machen würde. Ich war wieder
unglücklich. Ich vermisste Sie sehr.
Zu dieser Zeit versuchte meine kleine Schwester mich mit
Ihrem Freund immer wieder aufzumuntern. Sie haben mit mir
sehr viel unternommen, um mich irgendwie abzulenken. Muss
mich bei den beiden dafür sehr bedanken. Denn ohne sie
wäre ich zuhause im Selbstmitleid erstickt.. Aber jedes
Mal fing ich wieder von Bianca an. Ich glaube, denen ist
es schon bald aus den Ohren wieder raus gekommen. Die
konnten es nicht mehr hören.
Auch die Musik machte mir keinen Spaß mehr. Auf einmal
stand ich ohne Bianca auf der Bühne und sang
Something stupid mit einer anderen Frau. Das
ging mal absolut nicht. Jedes Lied erinnerte mich wieder
an Bianca.
Es waren mittlerweile 2 Monate vergangen und es war
wieder Neusser Schützenfest. Am Sonntagabend musste ich
mit den Classic-Fanfares im großen Zelt Musik machen.
Wärend dem Auftritt bemerkte ich ein Mädel, das mich
die ganze Zeit anschaute. Ich beobachtete Sie. Plötzlich
stand ein sehr guter alter Freund von mir hinter Ihr und
zeigte mit dem Finger auf Sie. Ob ich Sie kennen lernen
möchte, fragte er. Er kannte Sie wohl schon länger. Ich
sagte ihm, ja gleich nach dem Auftritt.
So lernte ich Karin dann kennen. Wir trafen uns
regelmäßig und redeten sehr viel miteinander. Ich
erzählte Ihr sehr viel von Bianca und sagte auch gleich,
dass es sehr schwierig ist, weil ich noch an Bianca
hänge. Sie akzeptierte das und gab mir soviel Zeit wie
ich benötigen würde. Wir trafen uns weiterhin fast
täglich. Ja, es lief auch mehr als nur treffen. Aber ich
konnte mich einfach nicht in Sie verlieben. Zu sehr
hingen meine Gedanken noch an Bianca. Aber ich gab nicht
auf und versuchte irgendwie doch eine neue Beziehung zu
führen.
Dann irgendwann hab ich erfahren, das Bianca sich mit dem
Mann trifft, der Ihr das neue Auto verkauft hat. Mein
Herz blieb stehen. Bianca und ein Neuer?! Das hätte ich
wohl nicht verkraftet. Ich hab Ihr nach gut 4 Monaten das
erste Mal wieder eine sms geschrieben und gefragt, wer es
denn sei. Er wohnte direkt bei mir um die Ecke. Ich
musste ihn kennen. Wollte Sie irgendwie vor dem Typen
fernhalten. Sie fragte mich, warum ich das denn alles
wissen möchte. Ich sagte Ihr nur: Es gibt
Menschen, die man womöglich sein ganzes Leben lang tief
im Herzen lieben wird.
Das war an einem Donnerstag. Freitags verabredete ich
mich mit Karin in der Stammdisco.
Bianca wusste ganz genau, dass ich jede Woche da bin. Ich
komm in die Disco rein und wer steht da plötzlich?!
Bianca! Mein Herz blieb regelrecht stehen. Ich war
geschockt. Vier Monate hab ich Sie jetzt nicht gesehen
und ausgerechnet einen Tag nach dem sms schreiben taucht
Sie da auf. Ich sagte Ihr kurz Hallo und stellte mich
direkt an die Theke. Ich traute mich gar nicht zu Ihr
rüber zu schauen. Meine Knie zitterten. Und dann war da
ja auch noch Karin.
Was sollte ich jetzt bloß mit Ihr machen? Bianca wusste
nichts von Karin. Bis heute weiß Sie nichts davon, dass
ich mit Karin kurz zusammen war. Ich wollte Bianca nicht
verletzen. Also hab ich Sie angelogen und gesagt, dass
ich mit Karin nichts hatte. Nun stand ich da. Auf der
einen Seite meine große Liebe, auf der anderen Karin.
Bianca kam irgendwann auf mich zu und fing ein Gespräch
mit mir an. Wir redeten über alles mögliche, über
unsere Fehler die wir in der Beziehung gemacht haben
usw
Stundenlang redeten wir und Karin stand mehr
oder weniger daneben und bekam so allmählich einen
dicken Hals. Zu Recht natürlich. Aber ich konnte einfach
nicht anders. Ich liebte Bianca immer noch. Karin ist
irgendwann dann nach Hause gefahren und ich bin mit
Bianca um 5 Uhr morgens aus dem Laden raus. Draußen
haben wir dann noch bis gut 7 Uhr geredet. Sie fragte
mich: Wie gehts denn mit uns und der Band
jetzt weiter? Ich sagte wie mit der Band? Lass uns
doch erstmal zusehen, dass wir wieder glücklich werden!
Alles andere interessiert im Moment nicht." An
diesem Morgen bin ich mit Bianca nach Hause gefahren und
hab mit ihr zusammen den Rest des Morgens im Bett
verbracht. Ich wollte wissen, was denn mit Ihrem
Autoverkäufer sei. Sie sagte, da war nichts und er
meldet sich auch schon lange nicht mehr. Ich musste
meinen Vater kurz anrufen und bat um das Handy von Ihr,
da meins leer war. Ich ging auf Toilette und war
natürlich neugierig. Wollte wissen, ob er sich wirklich
nicht mehr meldet und ob da wirklich nichts war. Was ich
dann in ihrem Sms-Verzeichnis las, brach mir fast das
Herz.
Sätze wie: Hallo mein
Bengelchen
.vermisse Dich
sehr
bekam ich dort zu lesen.
Ich war auf 180. Ich fragte Sie direkt, ob Sie mich
verarschen wolle, sie sagte aber, da war wirklich nicht
mehr. Na ja, ich glaubte Ihr nicht ein Wort. Später
fragte Sie mich noch einmal, wie es jetzt mit uns und der
Band weiter gehen wird. Ich konnte nicht verstehen, warum
Sie nach der Band fragt. Wollte Sie nur durch mich wieder
in die Band? Oder was war es?
Ich stellte Sie zur Wahl: Entweder Beziehung ohne
Band, oder vergiss es!
Sie sagte darauf: Ich kann das nicht! Mir fehlt die
Band so sehr!
Ich bekam einen Wutausbruch. Ich beschimpfte Sie aufs
übelste, schrie Sie an.
Sie wollte mich tatsächlich nur ausnutzen, dachte ich
dem Moment. Was sonst?!
2 Wochen später kam Sie an und sagte, dass es gar nicht
so gemeint war. Sie würde mich über alles lieben und
scheißt auf die Musik. Sie liebt mich über alles und
will mit mir die Beziehung. Ich tat mir sehr schwer, ihr
das zu glauben. Aber ich glaubte Ihr irgendwann.
Sie gab sich so viel Mühe. Sie gab mir wieder all Ihre
Liebe, Zärtlichkeit, Zuneigung, all das was mich am
Anfang unserer Beziehung so glücklich gemacht hat. Wir
fuhren auch nicht mehr so oft zu Ihren Eltern. Alles war
plötzlich ganz anders. Sollte Sie sich wirklich
geändert haben? Ich traute dem Braten anfangs nicht.
Meine ganze Familie sagte mir, lass es sein. Sie sagten,
die will dich nur ausnutzen. Aber ich war blind. Blind
vor Liebe. Ich liebte Sie über alles. Und auf einmal war
ich wieder der glücklichste Mensch auf Erden. Ich hatte
wieder dieses gigantische Gefühl der Liebe.
Ein Problem gab es da noch. Was sage ich nur der Karin.
Ich sagte Ihr, dass es mir wirklich sehr leid tut, aber
ich liebe nun mal immer noch eine Andere. Es tat mir
wirklich leid für Sie. Sie hat sich soviel Mühe gegeben
und trotzdem sollte es nicht sein. Bianca habe ich nichts
von Karin erzählt. Wie gesagt, ich wollte Sie nicht
verletzen.
Nach ein paar Wochen musste ich dann Musik machen. Bianca
musste ja zu Hause bleiben - sie war ja nicht mehr dabei.
Und daran konnte ich wirklich nichts mehr ändern. Wir
hatten eine neue Sängerin und die anderen 5 Kollegen
hätten was dagegen gehabt, wenn ich Sie zurück in die
Band geholt hätte. Die Band wäre dadurch garantiert
kaputt gegangen. Ich musste also Musik machen. Bianca
sprach mit mir den ganzen Tag nicht. Sie machte mir immer
wieder Vorwürfe wegen der Band. Dass es Ihr doch so weh
tun würde. Ich konnte Sie ja verstehen, mir würde es
auch weh tun. Aber was sollte ich tun? Ich war machtlos.
Und Bianca machte mir immer mehr Vorwürfe. Es kam immer
wieder zum totalen Streit. Ich fuhr jedes Mal mit einem
scheiß Gewissen zum Auftritt und konnte mich überhaupt
nicht konzentrieren.
Ich liebte Sie doch so sehr und ich hätte auch alles
für Sie getan. Aber jetzt war ich machtlos.
Mir blieb am Ende nur eine Wahl. Ich musste auch mit der
Musik aufhören. Das wäre die einzige Lösung gewesen.
Ich sagte es Bianca. Sie sagte, Sie will das nicht. Sie
wolle wieder mit mir zusammen auf der Bühne stehen. Was
es bedeutet, wenn ich Ihr sage, ich höre für Dich mit
der Musik auf, wusste Sie da nicht zu schätzen. Die
Musik ist wirklich alles für mich. Bin seit meinem 14.
Lebensjahr in dieser Band. Bin mit einer der Gründer.
Und wir waren sogar ziemlich erfolgreich. Ich hätte für
Sie wirklich damit aufgehört. Ich wollte es Ihr nur
recht machen. Wollte keinen Streit mit Ihr. Ich suchte
nach einer anderen Lösung. Aber mir fiel nichts ein. Zu
diesem Zeitpunkt war die Musik Session eh vorbei und
Bianca konnte sich wieder beruhigen.
Den größten Streit aber verursachte ich selber. Ich
wollte unbedingt wissen, was mit diesem Autoverkäufer
gelaufen ist. Ich hab Ihr keine Ruhe gelassen. Ich
glaubte Ihr die Geschichte nicht, die Sie mir erzählte.
Immer wieder verwickelte Sie sich in Widersprüche. Ich
war wie im Wahn. Ich fühlte mich belogen von Ihr. Ich
hätte es nicht ertragen können, wenn Sie mit dem was
gehabt hätte. Wieso kann ich nicht erklären. Es tat
einfach nur weh.
Um irgendeinen Beweis zu finden, durchsuchte ich immer
wieder Ihr Handy. Aber ich fand nichts. Anstatt damit
aufzuhören, steigerte ich mich da immer mehr rein. Ich
war nicht ich selbst. Wie gesagt, ich befand mich in
einem regelrechten Eifersuchtswahn. Irgendwann Nachts
fand ich bei Ihr in der Tasche einen Brief, den Sie an
den Autoverkäufer geschrieben hat. Mir blieb das Herz
stehen. Ein unbekannter Schmerz fuhr durch meinen
Körper. Ich ging ins Schlafzimmer, wo Bianca schlief und
fing an zu schreien. Sie sah den Brief in meiner Hand und
sagte direkt, verstehe das bitte nicht falsch. Aber ich
verstand es so, wie es in dem Brief stand. Von wegen Sie
hätte ja so viele Gefühle für Ihn und er solle es sich
doch überlegen, ob sie beide nicht doch zusammen kommen
könnten.
Ich bin förmlich ausgerastet. Ich war nicht zu bremsen.
Hab geschrieen,dass das ganze Haus morgens um 6 Uhr wach
wurde. Habe vor Wut den Kleiderschrank komplett
auseinander geschlagen. Wie gesagt, ich war total
verletzt. Und glaubte natürlich nun kein Wort mehr.
Irgendwann hab ich mich dann beruhigt und hab versucht
damit klar zu kommen, was ich da gelesen habe. Es war
sehr schwierig, Ihr zu glauben. Aber ich versuchte es.
Dann bin ich auf die bekloppte Idee gekommen, eine
Rufumleitung in Ihr Handy zu geben, mit der Hoffnung, so
einen Beweis für Ihre Lüge zu bekommen. Und wie der
Zufall es will, klingelte mein Handy abends. Es war die
Nummer von dem Autoverkäufer. Das kann doch kein Zufall
sein, dachte ich. Sehr unwahrscheinlich. Genau an diesem
Tag ruft der an. Ich glaubte Ihr nun gar nicht mehr.
Angeblich hat er zufällig angerufen und wollte Ihr nur
mitteilen, dass er jetzt einen neuen Arbeitgeber hat und
wenn Sie was am Auto hat, könne Sie ruhig zu seinem
ehemaligen Kollegen gehen. Ich glaubte diese ganze
Geschichte natürlich nicht. Ich machte Ihr das Leben
regelrecht zur Hölle. Ich kontrollierte Sie auf Schritt
und Tritt. Fand aber nie wirklich einen Beweis. Das alles
führte soweit, dass ich Sie zuletzt beschimpft,
angeschrieen und sogar mit Ihr Schluss gemacht habe. Ich
war in einem völlig außer Kontrolle geratenen
Eifersuchtswahn. Denn eigentlich hatte ich gar keinen
richtigen Beweis dafür, dass Sie mich betrügt. Aber
trotzdem beendete ich die Beziehung. Auch wenn es mir
sehr schwer gefallen ist. Denn ich liebte Sie immer noch
abgöttisch. Sie war immer noch meine Traumfrau.
Nun stand ich wieder alleine da. Ich fühlte mich
verletzt, betrogen, ausgenutzt und das von meiner
Traumfrau.
Ich begann damit, mich meiner Wohnung zu isolieren. Die
ganze Nacht war ich wach und musste morgens arbeiten. Ich
sah morgens aus wie ein Zombie. Meine Kollegen bemerkten
das natürlich. Ich schlief so gut wie gar nicht mehr.
Ich stand völlig neben den Schuhen.
Fernsehen war gar nicht mehr möglich. Jede Sendung
erinnerte mich wieder irgendwie an Bianca und ich musste
heulen. Ich liebte Sie immer noch so sehr. Aber es war
Schluss.
Nach wochenlangem Wachsein war ich gar nicht mehr in der
Lage, arbeiten zu gehen. Aber ich ging trotzdem, aus
Angst meinen Job zu verlieren. Und fast jeder Minute
musste ich an Sie denken. Nach ungefähr nur sechs Wochen
nach der Trennung wurde Bianca dann mit einem anderen
Typen Hand in Hand gesehen. Das brach mir endgültig das
Herz.
Wie konnte Sie nach nur so kurzer Zeit schon einen
anderen haben? Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich habe
versucht Sie zu hassen. Hab es mir immer wieder versucht
einzureden. Aber tief im Innern liebte ich Sie noch immer
abgöttisch. Ich war zutiefst verletzt.
Was nun folgt, ist der totale Absturz eines einsamen
verletzten Mannes.
Ich begann damit, Drogen zu nehmen. Um genau zu sein,
nahm ich regelmäßig Speed zu mir. Ich musste auf der
Arbeit wach sein, sonst hätte ich meinen Job bestimmt
verloren. Also nahm ich täglich Speed. Außerdem lenkte
es mich von den Gedanken an Bianca ab. Ich dachte, nur so
kommst Du von Ihr weg. Wieder einer der größten Fehler
in meinem Leben.
Ich wurde so krank, war so voller Depressionen, bekam
schon schizophrenieartige paranoide Gedanken, sodass
schon bald gar nichts mehr ging. Noch nicht einmal Musik
machen konnte ich. Immer wieder lag ich nachts im Bett
und weinte wegen Bianca. Nun schloss sich so langsam der
so genannte Teufelskreis. Ich bekam in der Firma eine
Abmahnung nach der anderen, unter anderem wegen zu spät
kommen. Wie sollte ich denn auch pünktlich sein. Hab ja
kaum geschlafen. Ich war krank. Wollte aber nicht
krankfeiern, aus Angst meinen Job zu verlieren. Aber es
kam soweit, dass ich mich in die Alexianer Klinik, eine
Tagesklinik für psychisch Kranke, einweisen liess. Ich
konnte einfach nicht mehr. Während meiner Krankheit
wurde ich dann auch noch von meinem Arbeitgeber
gekündigt. Ich war insgesamt zehn Jahre dort
beschäftigt. Zuletzt hab ich dann nur noch von meinem
Vorgesetzten und meinen Kollegen zu spüren bekommen, was
es heißt, gemobbt zu werden. Sie wussten ja alle nicht,
was wirklich mit mir los war. Insgesamt neun Wochen war
ich in dieser Klinik, wo mir mit Gruppengesprächen,
Einzelgesprächen mit Psychologen usw. sehr geholfen
wurde.
Insgesamt war ich neun Monate krankgeschrieben. Und das
alles wegen einer Frau.
In der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass Bianca mit
dem Neuen Schluss hat.
Doch nur ein paar Wochen später war schon wieder der
nächste da. Ein mir auch noch Bekannter. Der Bruder vom
Freund der Schwester. Ich kannte ihn. Ich war zutiefst
gekränkt
Und habe versucht Sie immer mehr zu hassen.
Nach neun Wochen Therapie, Einnahme von Medikamenten, bin
ich dann entlassen worden. Ich fühlte mich sehr gut.
Gestärkt, selbstbewusst und mit neuem Mut in die Zukunft
blickend. Ich war wieder ich selbst. Seit dem habe ich
alle 14 Tage ein Gespräch mit meiner Psychologin. Die
Tabletten nehme ich jetzt schon gut 10 Monate. Und muss
sie auch weiterhin nehmen. Habe dadurch rund 20 Kilo
zugenommen. Aber egal. Mir ging es wieder soweit ganz
gut.
Zwei Wochen nach meiner Entlassung aus der Klinik musste
ich Bianca in der Bank anrufen. Sie war immer noch meine
Kundenberaterin und ich brauchte eine Auskunft von Ihr.
Ich erzählte Ihr, dass ich in der Klinik war und mir
helfen liess. Ich sagte Ihr, dass ich damals schon einen
an der Waffel gehabt haben muss wegen meinem
Eifersuchtswahn. Mir ginge es jetzt prima und alles wird
wieder seinen Lauf nehmen. Das Gespräch war, glaube ich,
an einem Mittwoch oder Donnerstag.
Ich ging freitags wieder in meine Stammdisko und traf
dort viele alte bekannte Gesichter, mit denen ich mich
lange unterhielt. Jeder hat sich irgendwo Sorgen um mich
gemacht.
Plötzlich blieb mein Herz wieder stehen. Da stand Sie
nun schon wieder. Bianca!
Sieben Monate nicht gesehen und plötzlich ist Sie wieder
da. Ich habe mir mit reichlich Alkohol die Kante gegeben,
und habe das Lokal verlassen. Völlig betrunken und
wieder mit Herzrasen bin ich nach Hause. Da waren doch
noch jede menge Gefühle für diese Frau. Ich liebte Sie
immer noch tief in meinem Herzen.
Wir fingen wieder an sms zu schreiben.
Und der Schrecken nahm wieder seinen
Lauf
Zusatz:
Teil III wird folgen... kann jetzt nicht mehr! Bin am
Ende! Bis dann
.!
<-- Zum Anfang dieser
Geschichte
|