| Viola / Januar
2007 Freundschaft oder Liebe
Hallo?
rief ich als ich ins Haus meines besten Freundes
reinging. Wir kennen uns schon eine halbe Ewigkeit. Und
haben viel Spaß. Auch wenn er gut aussieht und klasse
kocht ist nie zwischen uns was gelaufen und er denkt
bestimmt auch so. Hoffe ich jedenfalls, sonst werden
bestimmt viele Probleme auftauchen. Denn er und ich sind
zwei verschiedene Typen. Er ist einer, der Frauen fast
wie Unterwäsche wechselt und ich - naja ich such nach
dem Richtigen.
Einmal sah ich eine Freundin bei ihm und schon in der
nächste Woche eine andere. Der bringt mich damit schon
auf die Palme aber was sollst.
Hey Leon wo bist du? rief ich quer durchs
Haus.
Keine Antwort.
Also ging ich rauf in sein Zimmer.
Kaum in sein Zimmer gewesen ging ich auch wieder raus.
Ist das zu glaube, schon wieder eine seiner Tussis. Die
gehen schon rein und raus bei ihm. Und dabei wollte er
mich heute sprechen! Mann, der sollte sich mal etwas
Anstand besorgen und es nachts treiben und nicht wann es
ihm passte.
Ich setzt mich im Wohnzimmer auf die schwarze Couch und
warte ein paar Minuten.
Er kommt einfach nicht.
Ich ging kurz in die Küche und machte mir ein Kaffee.
So nach einer halben Stunde hörte ich wie eine Person
die Treppen runter ging - ich schaute nach wer es ist.
Kaum zu glauben. Es war meine Mitbewohnerin. Ich wußte
doch, dass sie auf ihn steht.
Hi Jinny!, grüßte ich sie, wobei sie
zusammenzuckte und mich anstarrte, als wär ich irgend so
ein Geist.
H-hi Kate.
Wolltest du nicht eigentlich in die Stadt
gehen?
Jetzt lief sie purpurrot an. Ich verkniff mir ein Lachen,
auch wenn es irgendwie gar nicht zum Lachen war. Schon
hörte ich die Tür ins Schloss fallen.
Du bist immer so nett Cat! hörte ich Leon
von oben sagen.
Ich drehte mich um und sah Leon nur mit einer Hose
bekleidet auf der Treppe stehen. In letzter Zeit sehe ich
ihn immer öfters oben ohne und es raubt mir manchmal
mein Atem. Er sieht einfach zu gut aus. Schnell wandte
ich mich meiner Tasse Kaffee zu.
Zieh dir was an du Macho und komm dann runter!
Schließlich wolltest du mich sprechen und nicht
umgekehrt.
Aber statt nach oben zu gehen, kam er runter und setzte
sich mir gegenüber.
Na ja ich wollte dich was fragen!, sagte er
ob nichts gewesen wäre.
Er schaute mich mal wieder mit diesen seltsamen Blick an,
den ich einfach nie verstehe.
Was ist denn jetzt? Spann mich nicht auf die
Folter., sagte ich und verdrängte das unruhige
Gefühl, das in mir hochkam.
Bist du heute irgendwie schlecht aus den Bett
gekommen? Ach egal also hast du Sonntag Zeit?
Was?? Was ist den Sonntag?
Mein Bruder heiratet und da wollte ich dich fragen
ob du mich begleiten würdest?
Ich glaub ich spinne.
Wieso willst du mit mir da hin? Hat eine deiner
Bettgenossin keine Zeit?
Hmmm... doch hätten viele, aber ich wollte mit dir
dahin.,sagte er und stand auf, um sich ebenfalls
ein Kaffee zu machen. Ich wusste echt nicht was ich sagen
sollte, also stand ich auf und ging zu Tür.
Ich ruf dich an und sag Bescheid. Ich muss zur
Arbeit.
Hey Cat bitte komm doch mit? hörte ich ihn
mit der Stimme, mit der er die meisten Weiber rumkriegt
rufen, doch bei mir hat sie nie gewirkt - auch jetzt,
dachte ich.
Ich ruf dich an. sagte ich zum Abschluss und
ging zu meinen Auto.
Bei der Arbeit dachte ich fast nur an die Frage, was will
er eigentlich von mir. Was soll ich eigentlich auf dieser
Hochzeit, ich kann Leons Bruder nicht mal leiden. Sid ist
ein Idiot, mich wundert es, dass er überhaupt eine
gefunden hat. Paarmal griff ich zum Hörer und wählte
Leons Nummer, doch jedesmal wemn er abnahm legte ich auf.
Als ob ich irgendein Teenie wär.
Zuhause war es nicht besser und der Blick von Jinny war
auch nicht grad toll. Ich hielt es zuhause einfach nicht
mehr aus, schnappte mir mein Handy und ging raus. Ich
ging umher ohne ein Ziel, ich wollte einfach nur alleine
sein.
Plötzlich klingelte mein Handy. Auf den Display war
Leons Bild zu sehen. Nach einem Zögern nahm ich ab.
Hi was ist jetzt? Bekomm ich eine Antwort?
hörte ich ihn fragen. Ja nein, Ja nein. Alles drehte
sich und da sagte ich einfach was mir einfiel ohne
nachzudenken.
Ja.
Als es raus war, biss ich mir auf die Lippen, was hab ich
bloß gesagt? Schließlich will ich nichts von ihm. Hoffe
ich. Warum kann ich in letzter Zeit nicht mehr klar
denken, wenn es um Leon geht? Ich hörte ein
erleichtertes Ausatmen an der anderen Leitung -
Danke, Ok, dann hole ich dich Samstag um 10 Uhr ab,
ist schließlich ne lange Fahrt! tschüs.
Piep piep piep. Er hat aufgelegt. Auch das noch. Eine
lange Fahrt mit ihm halte ich bestimmt nicht aus. Was
wohnt Sid auch so weit weg. Und ein Kleid hab ich auch
nicht. Ohhh Gott was haben wir heute noch mal?
Donnerstag. Mist - und wie in Gottes Namen soll ich das
hinkriegen?
Jetzt lief ich den ganzen Freitag kreuz und quer durch
die Läden und suchte ein Kleid. Nichts. Ich war den
Tränen nahe, wieso muss es eine Hochzeit sein! Langsam
schlossen die Läden. Und ich beschloss nach Hause zu
gehen auch ohne Kleid. Meine Gedanken drehten sich umher,
ich muss es absagen oder ein Kleid von Jinny borgen.
Nein nicht von Jinny.
Enttäuscht schloss ich die Tür auf und ging die Treppen
hoch zu meinem Zimmer. Überrascht schaute ich auf mein
Bett. Eine riesengroße Schachtel mit einer roten
Schleife lag drauf. Ich ging drauf zu und entdeckte eine
kleine Karte: > Ein Kleid für dich findest doch eh
keins. P.s.: Dein Geschmack ist auch nicht grad der
beste.<
Sofort wusste ich, von wem es kommt, auch ohne auf den
Namen zu gucken. Irgendwie hasste ich ihn für die Karte
- er hätte ruhig was Nettes schreiben können - und mich
nennt er unhöflich! Mich machte die Schachtel neugierig
und so öffnete ich sie mit zitterten Händen. Was drin
war, liess mir den Atem stocken: Es war das schönste
Kleid, das ich je gesehen habe. Ich nahm es raus und
bewunderte es. Ich war mir ziemlich sicher, dass es
höllisch teuer war. Und traurig dachte ich mir auch,
dass es mir bestimmt nicht passt oder steht.
Nach langem Zögern zog ich es schließlich an.
Es passte mir wie eine zweite Haut. Das Kleid besteht aus
roten Samt das bis zum Boden geht. Hinten war es weit
ausgeschnitten, dass mein ganzer Rücken frei lag. Vorne
war ein V-ausschnitt, sodass mein Dekolleté betont
wurde.
Ich konnte es nicht glauben. Warum zum Teufel schenkt
Leon mir so ein traumhaftes Kleid.? Ich griff zum Hörer,
legte aber sofort wieder auf. Warum trau ich mich nicht,
ihn anzurufen? Die halbe Nacht machte ich kein Auge zu.
Hey Kate wach auf, Leon wartet unten auf
dich! hörte ich Jinny sauer rufen.
Langsam wachte ich auf und schaute auf die Uhr. Oh Gott
es war schon fünf nach zehn. Schnell stand ich auf und
sammelte meine Sachen - so in den Gemetzel merkte ich
nicht, dass Leon am Türrahmen stand.
Die Tasche in der Hand lief ich zu Tür und prallte mit
Karacho gegen seine Brust.
Jetzt hörte ich sein dummes Lachen - Hör auf zu
Lachen! schrie ich ihn an. Doch sein Lachen wurde
noch lauter.
Wieso lachst du??? Er schaute mich nur an.
Seine Antwort wartete ich gar nicht ab. Stattdessen
drängte ich mich an ihm vorbei und ging runter zu Tür.
Wo bleibst du denn?
Also willst du so gehen?, hörte ich ihn
lachend von oben rufen. Überrascht schaute ich mich an.
Jetzt fing auch ich an zu lachen. Schnell lief ich hoch
und gab ihn einen Hieb.
Warum sagst du es mir nicht gleich!, und
knallte die Tür vor seiner Nase zu. Ich hörte Leon, der
die Treppe runterging. Also zog ich mir so schnell es
ging meinen kurzen Jeans-Rock an und dazu ein weißes
T-shirt. Unten angekommen schmierte ich mir ein Brot und
ging raus, gefolgt von Leon. Von Jinny keine Spur.
Anscheinend hat er ihr auch schon den Laufpass gegeben,
dachte ich mir. Denn heute hat sie recht sauer gewirkt.
Na mir soll's recht sein.
Wir fuhren los.
Leon schaute mich öfters an und ich merkte, dass er
immer versuchte, etwas zu sagen, doch es dann nicht tat.
Nachi der Hälfte der Fahrt hielten wir kurz bei einen
Raststätte an. Sofort verschwand Leon auf die Toilette.
Ich ging ins kleine Café rein und setzte mich für ein
Kaffee hin. Leon liess sich nicht blicken. Irgendwie ist
er die ganze Zeit so komisch. Nach zehn Minuten ging ich
zum Auto und was ist!? Er sitzt gemütlich drin.
Wo warst du den ich habe auf dich im Café
gewartet.
Aber er antwortete nicht, setzte sich stattdessen
aufrecht hin, um weiterzufahren.
Dann eben keine Antwort. sagte ich und setzte
mich ins Auto. Die restliche Fahrt sagte keiner von uns
was. Konnte der Tag noch schlechter sein? Ohhh ja das
kann er! Kaum angekommen, werden wir von Sid empfangen
und sein Blick sprach Bände. Anscheinend wusste er
nicht, dass ich komme. Er grüßte mich kurz und ging
ohne mich weiter zu beachten zum Haus zurück. Leon nahm
das Gepäck aus dem Wagen und gemeinsam gingen wir auch
rein. Sid`s Verlobte empfing uns im Wohnzimmer. Nach
einer kurzen Begrüßung zeigte sie uns die Zimmer.
Tut mir leid ich wusste nicht, dass noch jemand
kommt. Wir haben leider nur ein Zimmer zu Verfügung. Es
macht euch doch nichts aus eins zu teilen?
Leon antwortete mit nein. Ich schaute ihn wütend an. Hab
ich heute irgendwas zu sagen?, dachte ich mir nur noch
und ging mürrisch ins Zimmer, das uns Stella zeigte.
Leon folgte mir, stellte die Sachen neben den Schrank und
ging raus. Was ist mit ihm los.
Und ich dachte, ich spinne schon - aber er... Na was
soll's. Ich packte also meine Sachen aus.
So gegen acht kam Stella ins Zimmer und sagte mir, dass
das Abendessen fertig wäre. Unten im Esszimmer waren
mindestens zwölf Personen. Aber ich konnte Leon nirgends
enddecken. Was lässt er mich hier alleine, ich kenne
doch keinen. Ich nahm wenig zu mir und ging wieder, ohne
weiteres zu sagen, in das Zimmer das Leon und ich teilen.
Er lag schon im Bett. Ich hatte so eine Wut in mir, dass
ich ihn am liebsten erwürgt hätte, doch ich hielt mich
zurück.
Leise zog ich mich um und legte mich ins Bett, versuchte
jedoch eine gewisse Distanz zu schaffen. Na toll,
wahrscheinlich krieg ich diese Nacht wieder kein Auge zu.
Dachte ich. Aber falsch gedacht. Ich hörte Leon leise
Atmen und schlief auch direkt drauf ein. So gut hatte ich
schon lange nicht geschlafen.
Enttäuscht wachte ich alleine auf und zog mich um,
irgendwie habe ich gehofft, dass er neben mir liegen
würde - aber nein er muss ja wieder verschwinden. Ich
schaute mich um und endeckte ein Tablett mit Frühstüc.
Ich ging dahin und setzte mich hin. Schnell nahm ich das
Frühstück zu mir und ging zum Fenster, um es
aufzumachen. Unten liefen die Vorbereitung für die
Hochzeit, die um elf anfangen sollte. Ich schaute auf die
Uhr - verdammt schon neun!
Schnell lief ich ins angrenzende Badezimmer und sprang
unter die Dusche. Als ich endlich fertig war mit
Anziehen, Schminken, Haare machen... und dem ganzen
anderen Kram ging ich runter. Als ich ankam, starrten
mich alle die unten waren so an, als wäre ich die Braut.
Da erblickte ich Leon, der sich mit seinem Bruder
unterhielt. Er sah klasse aus mit seinen schwarzen Anzug.
Ich fand schon immer, dass Anzüge Männer irgendwie...
sexy machten.
Ich ging die Treppe weiter runter und blieb an Leons
Seite stehen.
Und wie sehe ich aus? fragte ich ihn.
Überrascht drehte er sich um und wollte grade was sagen,
hielt aber an, als er mich im Kleid sah. Mit leicht
offenem Mund starrte er mich an.
Du... du siehst siehst hübsch aus. mehr
brachte er nicht raus und das ärgerte mich. Wenigstens
ein richtiges Kompliment hätte er machen können. Aber
nein! Ich bin ja nur hübsch. Hübsch nur hübsch, hallo
was bist du für ein Mann, Leon! Wieso kannst du mich
nicht wie alle deine Affären behandeln und mir
Komplimente machen? Ich kehrte ihm den Rücken zu und
schaute mich um, schließlich ging ich einfach raus.
Langsam halte ich sein komisches Verhalten nicht mehr
aus. So eine halbe Stunde ging ich rum. Von weiten hörte
ich wie eine Hochzeitsmusik anfing. Na toll, jetzt
verpass ich auch noch, wie die Braut runterkommt.
Kann mir ja auch egal sein, schließlich bin ich nur
gekommen, weil Leon es wollte - und was ist jetzt?
Behandelt er mich wie nichts.
Trotzig ging ich ins Haus und sah noch wie die Braut die
letzten Stufen runterkam. Stella sieht bezaubernd aus,
wie eine Prinzessin, naja und Sid sieht aus wie immer.
Die ganze Zeremonie hörte ich nur mit halben Ohr zu.
Vor dem Essen wurde der Hochzeitstanz eröffnet. Alle
amüsierten sich bis auf mich. Mir war zum Heulen zumute.
Beim Essen musste ich neben so einem alten Sack sitzen,
den ich nicht mal kannte.
Und wo war Leon?. Als ob er von Erdboden verschluckt war.
Traurig stand ich auf und ging in den Garten und setzte
mich auf eine Bank. Diese scheiß Hochzeit, murmelte ich
und wischte mir die ersten Tränen weg.
Wieso bist du ganz alleine hier Cat?
Was geht dich das an. Bin doch sowieso die ganze
Zeit alleine, seit wir hier sind.
Und keinen hier kennen gelernt? Du bist aber sehr
wählerisch! So findest du nie einen!
Kann dir doch egal sein und jetzt
verschwinde!, schrie ich ihn wütend an.
Und dann brach es nur so aus mir raus.
Verdammt, warum lädst du mich hier her ein und
lässt mich wie eine heiße Kartoffel liegen? Warum tust
du so, als ob ich eine von diesen vielen Schlampen wäre
und lässt mich mit diesem Haufen alleine?
Er kam einen Schritt näher zu mir, hob seine Hand.
Du weinst ja!
Ist nicht wahr! Und jetzt lass mich...
Von einen Moment auf den anderen war ich in seinen Armen
und er küsste mich.
Du Dummkopf!, flüsterte er und küsste mich
nochmal.
Ich lieb dich doch. Oder warum glaubst du, dass ich
wollte, dass du mit kommst und niemand anderes.
Ich schaute ihn an. Hat er es jetzt wirklich gesagt? Ich
hoffe ja, denn es fühlt sich wunderbar an. Das Gefühl.
Meinst du es ernst?
Natürlich mein ich es ernst! Hab ich dich je
angelogen?
Nein., sagte ich.
Wieso hast du nicht schon früher was gesagt. Ich
wäre fast verrückt geworden, als du mich die ganze Zeit
ignoriert hast
Leon zuckte nur mit den Schultern und küsste mich
wieder.
Ich liebe dich auch., flüsterte ich.
Gemeinsam gingen wir zurück zur Hochzeit.
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