| Julchen / Juni
2007 Sieh niemals zurück
Sie ging
zum Fenster und blickte nach draußen. Dunkelheit.
Stürmische Wellen und natürlich Einsamkeit. Sie dachte,
dass sie es geschafft hat, aber das war nicht ganz
richtig. Ja, vielleicht hatte sie all die anderen
besiegt, doch dieses Gefühl, dass etwas fehlt, ließ sie
einfach nicht in Ruhe. Dieses Gefühl, dass ihr bekannt
war und sie schon mal gehabt hatte, aber sie wusste
wenigstens damals, warum es da war, diesmal jedoch nicht.
Sayuri!, eine ihr bekannte Stimme riss sie
aus ihren Gedanken. Komm schon, du musst jetzt
langsam mal drüber hinweg kommen, hörst du!?
Sayuri drehte sich um. Guckte den Mann prüfend an, es
war Nico, ihre rechte Hand. Sein voller Name lautete
Niclas Raul Armstrong. Er war auch der beste Freund von
Sayuri.
Ich will es aber nicht., sagte sie und
schaute wieder nach draußen.
Du hast dich ganz schön verändert!, sagte
er und ging zwei Schritte zu ihr. Und mit der Zeit,
na ja sagen wir mal so, kann ich dich immer weniger
verstehen!
Sayuri drehte sich um, ging zu Nico und umarmte ihn.
Was soll ich denn tun, ich will es einfach nicht
vergessen!
Wollen oder können?, fragte er mit dem
Lächeln in den Augen. Sie gab keine Antwort, ihre
Umarmung wurde nur noch kräftiger und er mochte das,
denn er liebte sie vom ganzen Herzen, aber sie ihn nicht.
Weißt du, als du die Wahrheit raus gefunden hast,
dachte ich, du wirst mich hassen., sagte Nico mit
geschlossenen Augen.
Warum sollte ich das tun?, sie löste die
Umarmung auf.
Dann weiß du nicht die ganze Wahrheit!,
ertönte es aus der Richtung Tür. Das war Nick.
Und was Nico angeht
er weiß es, doch er will
es dir nicht sagen. Er ging rein und setzte sich
auf Sayuris Bett. Nick hob eine alte, dreckige Puppe vom
Boden und guckte sie an. Er schloss die Augen.
Du musst drüber hinweg kommen, verstanden, wenn
du
, Sayuri unterbrach ihn und man konnte
deutlich den Zorn in ihren Augen sehen.
Warum verflucht noch mal, sagt mir jeder, was ich
zu tun hab!, sagte sie mit drohender Stimme. Und
als Sayuri aus dem Zimmer raus ging, guckte sie die
beiden an.
Ich bin schon lange kein kleines Mädchen mehr,
damals war ich 15, deswegen habt ihr mir gesagt was ich
tun soll, es ist schon 4 Jahre her! Sie verschwand
im dunklen Flur, man hörte nur, wie ihre Schritte immer
schneller wurden, dann lief sie und denn konnte man
hören, wie die Tür nach draußen ins Schloss fiel.
Sie wird wohl nie erwachsen!, sagte Nick.
Und sie hat sich auch äußerlich nicht
verändert., fügte Nico hinzu.
Hey, Niclas, warum hast du es ihr noch nicht
erzählt?, Nick stand auf und ging ans Fenster.
Was meinst du, warum Chiyo wohl immer vor genau
diesem Fenster steht und das stundenlang? Nico sah
ihn verwirrt an, er wusste, dass Nick ihn auf dieser
unverständlicher Weise etwas sagen wollte, doch Nico war
eben nicht so schlau, wie Nick und außerdem war Nick 24
und er 20, obwohl das kein großer Unterschied war,
konnte man es trotzdem erkennen, wer von den beiden
kluger war. Niclas überlegte was er sagen sollte, aber
ihm fiel nichts ein.
Du bist so still! Zu still, also heißt das dass du
wenigstens einen schlechten Gewissen hast oder aber auch
überrascht bist, dass ich dich entlarvt habe?!
Nein, das ist nicht das eine und nicht das andere.
Ich wusste, das dass irgendwann mal jemand erfahren wird.
Ich habe es aber auch nicht großartig verheimlicht. Ich
habe einfach persönliche Gründe, dass ich es ihr nicht
gesagt habe. Es geht hier um was ganz anderes und nicht
um Geld, klar!, Nico atmete auf und drehte sich zu
Nick um. Und du, was ist mit dir? Warum bist du
hier? Geld interessiert dich wahrscheinlich überhaupt
nicht. Und ehrlich gesagt, dachte ich immer, du wärst
der Verräter, aber da du Sayuris Vater mit deinem
Körper damals geschützt hast, war meine Meinung, was
dich angeht, etwas besser, doch nicht ausreichend
genug.
Hm
, Nick war überrascht darüber, was
Niclas gesagt hat. Jetzt ist mir alles klar
geworden! Du liebst sie, nicht? Nico verschlug es
die Sprache, Nick war wirklich sehr clever.
Nein
, Nico zögerte. Nein, ich
will mich nur rächen, das ist alles
- - -Du hast
meine Frage gar nicht beantwortet!
Tut mir leid, doch es geht mir nur um das
Geld., Nick grinste verschmutzt.
Du lügst!, schrie Niclas auf. Hör auf
mich zu belügen!
Ich habe dich belogen, weil du mich belogen
hast. Verdammt, dachte Nico, er hat also wirklich
diese Gabe, er kann es sehen, ob man lügt oder nicht, es
ist so, als würde er einen direkt in die Seele schauen.
Ja es ist wahr, ich habe dich angelogen,
aber
Du gibst zu schnell auf, ich habe eigentlich nur
geraten!, unterbrach Nick ihn, dabei lächelte er
fast unsichtbar und ging ein Schritt zurück, als wolle
er Nico sagen Guck hinaus, da ist die
Antwort. Niclas ging zum Fenster und schaute raus.
Dunkelheit, Kälte und stürmische, schöne Wellen. Doch
Nico verstand nur Bahnhof. Er guckte Nick fragend an.
Das ist es, was sie fühlt, die Aussicht hier ist
Sayuri. Die stürmischen Wellen, das ist Sayuri, die
Dunkelheit ist ihr Schmerz und die Einsamkeit ist das
leere Gefühl, das sie ständig hat. Sie muss dir doch
gesagt haben, dass sie dieses leere Gefühl hat, das sie
schon mal hatte, aber es ist jetzt etwas anderes.
Jetzt verstand Nico auch, warum es jetzt alles anders
ist, er sah die Sachen anders als früher, denn wenn
diese Aussicht wirklich so, wie Sayuri war, dann war sie
nicht mehr zu retten, aber was, wenn er ihr die Wahrheit
sagen würde, würde es vielleicht was ändern?
Soll ich
?
Das habe ich die ganze Zeit versucht dir zu
erklären, jetzt geh!, unterbrauch Nick ihn mit
einem stolzen Lächeln. Nico lief so schnell er konnte
aus dem Zimmer raus. Er wusste genau, wo Sayuri war, er
kannte sie besser, als sich selber.
Tja, sagte Nick traurig und schaute wieder
das weite Meer an. Sie liebt dich, Niclas, - - -
also lass sie nicht im Stich
- - -Sayuri musste jetzt am Strand sein und die Wellen
bewundern, wenn Nico natürlich Recht hatte. Endlich,
dachte Nick, er hats gecheckt, besser die bittere
Wahrheit, als tödliche Lüge. Nick ging zum Kamin und
legte Brennholz rein. Als es endlich anfing zu brennen
überlegte er, warum es so weit kommen musste. Sein Chef
war vor 1 Jahr gestorben und jetzt, hat seine Chefin sich
endlich gerächt und wurde belogen, dass das das Ende
ist, dass sie jetzt ein normales Leben führen würde,
aber wie es aussah, wollte sie dieses normales Leben
nicht, denn sie fing an sich zu erinnern und dies
zerstörte Sayuri von Innen. Und eines Tages würde
sies nicht mehr aushalten können
sie würde
langsam und qualvoll sterben und wenn sie sterben würde,
wäre Nick auch tot, er liebte sie mehr als alles
andere
2.
Die erfundene Wahrheit
Sayuri!,
schrie Niclas. Er hatte sie genau, wie vermutet am Strand
gefunden, aber heute viel weiter entfernt von der Villa
als sonst. Er rief ihren Namen noch mal und noch mal. Als
er sie denn erreichte, legte Nico seine Hand auf ihre
Schulter und sie drehte sich um.
Entschuldigung, kennen wir uns?, fragte sie.
Spiel hier kein Theater, Sayuri, ich muss dir etwas
sagen, etwas ganz wichtiges!, sagte er leise und
schwer atmend. Und dann guckte er ihr direkt in die
Augen, blaue Augen, so blau wie das Meer und nicht
grüne, dann blickte Nico auf die Haare, knallblonde
kurze Haare, die bis an die Ohrläppchen reichten. Ihre
Haut war pfirsichrosa und die von Sayuri bleich. Bei
diesem Mädchen war der Blick so (Hina) (Sayuri)
fröhlich und äußerst zufrieden.
Tut mir leid, kennen wir uns?, fragte sie
noch mal mit unschuldigem Blick.
Du
, er zögerte etwas, in solch kurzer
Zeit könnte Sayuri ihr Aussehen nicht so verändern und
doch sah sie wie Sayuris Kopie aus, wie ihr Spiegelbild,
die fröhliche Hälfte. Du bist nicht Sayuri
oder?
Nein., lächelte sie. Da müsst ihr
mich mit jemandem verwechselt haben. Ich heiße nämlich
Hina- Lynn, Telano.
Was
, Niclas zögerte immer noch- denn
sie hatte einen japanischen Doppelnamen, denn Alexander
Tenno- Milano mochte diese Namen sehr gerne. Und ihr
Nachname! Das ist doch Te und nno
weggelassen und bei Milano ist Mi weggelassen
und denn bleibt nur lano, also zusammen
Telano, aber es kann doch auch ein Zufall sein, oder auch
nicht.
Suchen Sie jemanden?, fragte Hina leise.
Vielleicht kann ich ja helfen?!
Ähm
ja, ich suche eine Freundin von mir, sie
heißt
Sayuri., unterbrach sie Nico. Und sie
sieht so ähnlich wie ich aus, oder? Jetzt merkte
Niclas, dass auch die Stimme völlig anders war.
Ja, genau. Außer, dass Sie kurze, blonde Haare
haben, sie lange, schwarze. Sie können ruhig
du zu mir sagen!
Wollte ich auch gerade sagen., lächelnd
schüttete sie ihr blondes, dickes Haar, es sah schön
aus, fand Nico. Sie
ich meine du hast dich
noch gar nicht vorgestellt.
Oh, tut mir leid. Ich hab vor lauter Aufregung
vergessen, dir meinen Namen zu sagen. Ich bin - - -
Niclas- Raul Armstrong, kurz Nico., sagte er und
wollte gerade Hinas Hand schütteln, als die mit
mürrischer Stimme sagte:
Bist du dir auch ganz sicher, Kleiner? Nico
guckte sie verdächtig an und zog sofort die Hand weg.
Warum?, fragte er und ging 3 Schritte
zurück.
Dann tust mir so richtig leid, so ein süßer
Kerl!, sagte sie und zog aus ihrer schwarzen
Handtasche, die Hina an der rechten Schulter trug, eine
Pistole, eine goldene Pistole. Er wollte gerade seine
rausziehen, doch Nico war zu langsam. Sie schoss 3 Mal.
Einmal traf sie Nico an seiner linken Seite nahe dem
Herz, die 2 Kugel traf Niclas rechten Oberarm und die
Dritte schlief ihn an der Wange. Wie es aussah, wollte
Hina ihn am Kopf treffen, aber hat mit Absicht daneben
geschossen. Nico lag auf dem Sand er sah alles
verschwommen und konnte sich vor Schmerzen nicht bewegen.
Hina kam auf ihn zu und schoss Nico ins Knie. Er schrie
vor Schmerz auf.
Ich hab gehört, dass das sehr schmerzhaft sein
sollte!, sagte sie lachend. Ihr habt meine
Mutter umgebracht, ihr habt Rachel Milano
umgebracht!
Was?!, sagte, nein schrie Nico.
Ja und mein wirklicher Name lautet: Hina- Lynn
Milano- Tenno und mein Vater war Alexander Tenno und auch
ihn habt ihr getötet!
Jetzt verstand Niclas nur Bahnhof, aber bevor er
überhaupt auch nur alles verdauen konnte, was Hina
sagte, schoss die ihm ins Herz
Ich hab zwar meinen Vater nie gesehen, aber meine
Mutter sagte, er würde jedes Mal nur über mich reden,
wenn sie ihn besuchte, sie waren nämlich geschieden,
weil sie sich nicht so richtig verstanden haben, weißt
du?!, sagte Hina zu den fast leblosen Nico, der im
kalten Sand lag. Ich werde mich rächen,
klar? Sie wollte schon losgehen, als sie eine Kugel
genau in die Brust bekam. Hina fiel sanft zum Boden und
sah sich um. In ca. 800 m stand eine Frau, mit schwarzen,
langen Haar, die eine silberne Pistole in der Hand hielt.
Hina stand mühsam auf und lief davon, denn wie konnte
sie sich für ihre Mutter rächen, wenn sie denn tot ist.
Die Frau lief auf Nico zu, sie war sehr schnell, es war
Sayuri.
Lauf, du Dreckstück, in der Kugel ist Zyanid
drinne, du wirst nicht lange durchhalten! Sie zog
ein Messer aus ihrem rechten Stiefel und schnitt Niclas
Sweatshirt auf. Verdammt, dachte sie, nein Nico denk ja
nicht daran, mich zu verlassen!
Du Arsch, du sollst atmen, hörst du!
ATMEEE
, schrie Sayuri, mit bitterem Schmerz,
als ob sie selber die Kugel im Herz hätte.
3.
Der Tod naht
Der
Krankenwagen kam sehr spät. Nico verlor sehr viel Blut,
es fiel ihm sehr schwer zu atmen, er hustete und schrie
vor Schmerz. Beim husten kam Blut aus seinem Mund und
fiel auf den feuchten Sand. Niclas Kopf lag auf
Sayuris Schoss und ihr Top und Jeans waren mit Blut
beschmiert. Sie weinte, heimlich. Sie wollte nicht, dass
Nico etwas merkt, sie wollte ihre Gefühle verbergen und
zwar vor ihm. Als der Krankenwagen kam und Niclas ins
Krankenhaus bringen wollte, hatte Sayuri Angst. Sayuri
konnte sich ein Leben ohne Niclas nicht vostellen.
Zusatz:
Die Geschichte schrieb ich, als mein Freund bei einer
dollen Schlägerei umkam....
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| Julchen / Juni
2007 Mein Tod ist dein Leben
Der Mond
scheint durch die Wolken, auf den Haufen roter Erde. Ich
sitze neben meinem Grab, träume von der Vergangenheit. Wann
wird endlich der Tod nicht nur meinen Körper, sondern
auch meine Seele nehmen-- in die Ewige Umarmung. Dann
findet meine Seele vielleicht ihre Ruhe und ich spüre
denn den Schmerz nicht mehr.
Der Schnee fällt runter und langsam dringt das Eis in
mein Herz, meine Wärme entweicht meinem Körper. Erst
ist es kühl, doch dann...wird es immer kälter. Es ist
durchdringend, tötend und doch Frieden spenden. Heiß
brennen meine Wunden, überall auf meinem Körper.
Eiskristalle bilden sich im offenen Fleisch. Mein Herz
kühlt sich immer mehr ab, bis es die Hülle sprengt, die
es gefangen hält. Düstere Nacht kam immer näher. Nur
Qual-- und Schmerz soll es mir wohl bringen. Wo einst
noch sein Gesicht war, das mir die Liebe gab, ist jetzt
ein kalter Fluch geboren, den er mir leise ins Herz
verbannt hat. Wenn Weiden roten Saft weinen, so war es
seine dunkle Kraft. So schmückt er lieber mein Reich mit
Blut und Schmerz. Er nimmt meinen Augen die Lebenslust.
Es war sein freier Wunsch, meine Seele zu stehlen und ich
habe es ihm erlaubt- das Leben ist nur Schmerz und
wimmerndes Geschrei für mich gewesen, also was
solls. Sein Antlitz ist so nah und voller Energie-
er lächelt, so verdammt verschmutzt, wenn ich ihn
ansehe, ist mein Herz voller Trauer. Will Satan, sein
Meister mir noch sein Liedchen singen bevor ich sterbe?
Er raubte mir das Leben und meinen Glauben, meinen Traum-
der Mann, den ich über alles liebte- genau
er wird
mich töten! Mein verbluteter Körper trug seine Zeichen
des Kampfes gegen ihn und den Schmerz, weil ich ihn immer
so sehr liebe. Früher vor 10 Jahren war mein Motto ganz
einfach; Ein neuer Tag, ein neues leben, nur mit
dem Wunsch mich ihn zu geben mir war es gleich wann
oder wie- genau, das war mein Wunsch mit ihm zu
leben
für immer. Doch dann
nur der Schmerz,
den keine Seele zu spüren vermag, doch wenn ich weiter
lebe werde ich nur nach dem Todessegen flehen
Weil
das alles nur vorgespielt war, ich meine seine ganze
Liebe war eine Lüge, er wollte nur meine Seele. Die
Seele einer Miko- einer heiligen Priesterin, um seinen
Herrn, den Satan wieder zu beleben! Wie töricht war es
jedoch von mir zu glauben, dass es noch Liebe auf dieser
Erde gibt! Tja, meine Familie, meine Liebe, meine Seele,
mein Verstand und mein Leben war er. Woher sollte ich
auch nur eine Ahnung haben, dass er mich hintergehen
wird?! Meine Mutter, die Hochpriesterin Kerile Wayi,
hatte immer gesagt, man kann in unserer Situation keinem
trauen, weil die Seele einer Miko unbeschreibliche Macht
hat.
Yazime Nikuza!?, seine Stimme riss mich aus
meinen Gedanken, ich blickte mit voller Müdigkeit und
noch übrig gebliebenen Stolz auf. Was ist, hast du
nachgedacht, wie das Leben nach dem Tod aussehen könnte-
für dich natürlich in der Hölle!!! Er lachte und
lachte und ich? Ich weinte bittere Tränen, die ich ihm
natürlich nicht zeigte, wozu auch- das würde nichts
bringen.
Nein Shion, ich bin nur
ich
, ich
konnte vor lauter Tränen nichts sagen.
Na sieh mal einer an! Die stärkste und
kaltherzigste Miko auf der ganzen Welt weint vor
Schmerz! Shion lachte wieder. Ich riss mich
zusammen, versuchte nicht mehr zu weinen, und doch
flossen meine Tränen.
Nein meine Wunden tun mir nicht mehr weh, die
Eiskristalle schlossen meine Wunden schon vor einer
halben Stunde, und doch habe ich viel Blut
verloren
, ich atmete auf, versuchte
aufzustehen und scheiterte. Ich sah Shion in seine
wunderschönen gelben Augen, die doch so hasserfüllt
aufblickten, wenn er mich ansah!
Ich habe eine letzte Frage an dich! Bitte, darf
ich? Er sah mich gelangweilt an und nickte fast
unsichtbar. Ist das wirklich dein Wunsch? Er
sah mich verwirrend und wütend an.
Was meinst du Yazime? Was soll mein Wunsch
sein? Ich blickte auf den blutroten Boden. Als
Schauspieler war er gut, ich meine vor 10 Jahren, als ich
dachte, dass er mich wirklich liebt und als er das jeden
Tag sagte oder jetzt besser gesagt, anlügte.
Ich meine, tust du das freiwillig, vielleicht hat
dich jemand manipuliert! Willst du wirklich die Welt
zerstören?! Er lachte so hämisch, warum lachte er
mich nur aus, warum liebte er mich nicht? Das ist wohl
mein ewiger Fluch, den meine Mutter mir ins Herz
geschlossen hat, vermute ich, es könnte natürlich auch
was anderes sein, denn sie hat ja nicht gesagt was es
genau ist, als sie starb.
Das ist lächerlich und erbärmlich!, sagte
Shion. Du weinst wegen mir, weil ich dich nur
ausgenutzt habe um meinen Meister zu beleben- mit deiner
Seele? Das ist es also du hast dich ja echt in mich
verknallt?! Oh Gott, warum sind die Frauen nur so dumm
geworden? Shion ging ein paar Schritte in meine
Richtung, wo ich vor meinem Grabstein saß, das er für
mich schon vor 10 Jahren machen ließ- das war auch sein
Plan, mein Vertrauen zu gewinnen, meine Schwächen raus
zu finden und mich dann erledigen.
Er setzte sich auf den nächst besten Stein, was von
unseren Kampf noch heil war. --Wir haben hier ein echtes
Chaos angerichtet. Alles zerstört und verbrannt. Denn
die Öllampen, die hier im Dorf standen, haben wir beim
Kampf umgeworfen. Die Bewohner sind geflohen, ich habe
ihnen gesagt, dass sie hier nicht sicher sind. Shion sah
mich an, erst ganz lieb doch dann wieder, dieser
hasserfüllte Blick, der mich erzittern ließ.
Mir wurde kalt, ich sah auf einmal alles verschwommen.
Alles verschwand in einem schwarzen Schimmer, meine
Gedanken wurden wie fremd gelenkt, ich konnte nicht mehr
richtig denken, wie durch eine Macht. Ich hörte Stimme
die sagte: `Mach es, es wird dir dann besser gehen wenn
du ihn tötest, du wirst das schöne Blut fließen sehen
und du wirst leben! `. Dazu lächelte ich nur
verschwommen. Ich hörte eine andere Stimme tief in mir,
ganz leise, die sagte: `Nein! Stopp! Tu es nicht, du
liebst ihn doch! ` Es änderte nichts an meiner Sicht.
Was soll ich nun machen? Hilferufe- die alle ignoriert
wurden, denn keiner hörte mich, keiner ist hier um mir
zu helfen. Alleine kämpfte ich gegen den Drang zu
Sterben, denn auf dieser Welt gibt es nicht mehr was mich
hier halten könnte, ich suchte nach guten Auswegen, doch
alleine schaffe ich es nicht, meine ganze Seele zerbricht
in tausend Stücke.
Ich bin so hilflos, so machtlos, obwohl ich die Stärkste
Miko überhaupt bin. Ich habe keine Antworten auf meine
Fragen gefunden, denn jetzt ist es zu spät dazu fehlt
der richtige Wille, schnell versteckte ich die Tränen
vor Shion, obwohl er gar nicht in meine Richtung sah. Es
fehlt mir der Mut um ihn zu töten, ich liebe ihn einfach
so sehr, aber warum kann ich die Liebe nicht verschwinden
lassen, wenigstens für den Moment indem ich Shion töte,
und dann kann die Liebe wiederkommen
wenn er tot
ist. Doch im inneren ist immer noch dieser Schmerz, weil
ich hintergangen wurde. So bleibe ich für immer alleine,
und jetzt- ich weinte, ich konnte nicht aufhören, meine
Tränen flossen, ich wusste, Liebe würde mich eines
Tages noch zerstören.
Ich werde also bald seinem Meister geopfert, meine Seele
natürlich, so bleibt mir nur die Hoffnung, dass es
schnell vergeht. Ich hörte stumme Schreie, ob Shion sie
auch hört? Nein die hört niemand, die will niemand
hören, außer ich- das ist beruhigend, wenn ich darüber
nachdenke, dass ich bald tot sein werde-- also höre ich
wohl die Toten schreien, was?!-- Ich bin alleine, genau
wie vor 10 Jahren, als ich Shion noch nicht kannte. Oh
Gott, warum denke ich immer an die Vergangenheit?
Vielleicht, weils schön war?
Ich fühlte das warme Blut, wie es den Arm hinunter
läuft, verschwommen sah ich auf meinen Arm eine tiefe
Wunde, die noch nicht mit den Eiskristallen zu gefroren
war. Es ist wohl die Wut auf mich selbst das mich am
Leben erhielt, Trauer über die ganze Situation, ich
würde jetzt gerne vor Schmerz schreien und zwar die
verfluchten drei Wörter: ICH LIEBE DICH! --- Hörst du
mich,? Hörst du meine Seele, die schreit vor Schmerz--
Shion!
Er zündete sich eine Zigarette und pustete den Rauch in
meine Richtung aus. Ich sah ihm zu wie er seine Zigarette
aufrauchte. Dann stand er auf ging zu mir. Shion hockte
neben mir und sah mir lange in meine grünen Augen. Er
legte seine rechte Hand auf meine linke Wange. Sah mir
direkt in die Augenob er mir jetzt den letzten
Gnadestoß gibt?
Du bist wunderschön--- und doch so dumm. Sag mir,
Nikuza Yazime, liebst du mich immer noch, nach alldem,
was ich dir angetan habe? Seine Hand war so warm,
so schön
Ich hob meine rechte Hand hoch, denn mit
der linken musste ich mich abstützen. Ich fuhr über
Shions Hand, sah ihn liebesvoll anwarum tat ich das
nur? Ich riss mich zusammen und stieß ein leises `ja,
immer noch
nach alldem--`
Ein letztes Mal nahm er mich in seine Arme, ganz fest. Er
lächelte. Ich habe Angst, ihn loszulassen. Ich habe
Angst, dass ich jetzt sterbe. Ich will, dass die
Zeitstehen bleibt. Tränen flossen über mein Gesicht.
Ein letztes Mal schaute ich Shion ins Gesicht. Ich sah,
alles verschwommen, im Dunkeln der Nacht.
Ich fragte mich: War das der Abschied für immer? Werde
ich wiedergeboren? Gibt es doch noch eine Chance ihn
wieder in meinen Armen halten zu können? nein wohl
eher nicht!
Meine Zeit ist fast abgelaufen, es gibt nicht mehr viel
zu tun, schade, dass man sich die Zeit nicht kaufen kann.
Es neigte sich alles in meinen Augen, es neigte sich auch
das Gras unter dem eiskalten Schnee. Die Umarmung
erschien mir jahrelang. Ein Leben nach dem Tod entweicht
meiner Phantasie. Als ich endlich mich endlich wieder
gefunden hatte, als ich das Gesicht von Shion deutlich
sehen konnte, merkte ich, dass meine alten Wunden auf
einmal heilten, die Narben meiner Seele. Man sieht viel
mehr gelassen auf alles, wenn man stirbt. Das
Menschenleben wird jedem geschenkt, doch wenn es
weggenommen wird, werden wir nicht gefragt, warum auch-
es war nur ein Geschenk- aber von wem? Jetzt - wo die
Jahresringe ganz nahe am Vergehen sind, da hoffe ich, es
gelingt mir ein schönes Wiedersehen mit meiner Mutter.
Ich schloss die Augen, denn ich hörte wie Shion seine
Hand hoch hob, um mir das Herz durch zu stechen. es
war so still, so schön
Weißt du, Shion, der Regen
hat etwas Magisches. Er ist das Einzige, was mich mit
erhobenem Kopf sitzen lassen kann, denn meine Augen sind
jetzt voller Tränen... warum regnet es nicht, dann
würde ich zu dir aufschauen, und ein letztes Mal in
deine Augen blicken.
Ich schaute auf den blutbeschmierten Boden und fing an,
ohne es zu wollen, zu reden.
Eines Tages fragte die Liebe die Freundschaft, was
sie wohl für einen Sinn im Leben hat. Was denkst du,
Shion Kusanagi, was hat die Freundschaft
geantwortet? Seine Umarmung löste sich fast.
die Freundschaft antwortete: Ich bring die
Menschen zum Lachen, die du zum Weinen brachtest!
Ich holte tief Luft. Ich habe noch Freunde, die mir
in Allem helfen, sie werden bestimmt kommen, so einfach
gebe ich nicht auf!, sagte ich fast lautlos und
verzweifelt, denn woher sollten sie denn wissen, wo ich
jetzt stecke?
Wenn ein Tag dem anderen gleicht, vertreiben die Schwaden
der Nacht das letzte Glitzern des Tages. Wie gefallene
Engel, dem Himmelsreich entrissen in die Hölle sinken,
erfüllt sich sein Wunsch, dass ich sterben soll. Im
Mondlicht umgibt mich ein Meer aus Tränen. Es ist bereit
mich zu umarmen und sanft in den ewigen Schlaf zu wiegen.
Kannst du sie hören, Shion? Dass sind die Engel der
Nacht, die mich mit nehmen werden.
Und sie bringen mich dahin, wo mein verlorenes Leben
voller Leid und Pein ein Ende findet- in der Hölle?
Meine Tränen haben sich zum letzten Mal mit den Wogen
des Meeres vereint und dieses wird erst dann wieder aus
seiner Stille gerissen, wenn das Schicksalsrad eine
andere arme Seele auserkoren hat, um sie in die ewige
Verdammnis zu schicken. ----"Ich liebe dich"
sollte nicht am Beginn der Beziehung und als Ausdruck der
Erwartungen und Wünsche gesagt werden, das ist wohl
wahr. Erst wenn man weiß, ob man einander das Leben
sinnvoller macht, ob sich die Liebe als eine Produktion
erweist und jeder weniger wäre ohne den anderen
dann ja, man sollte sagen: "Ich liebe dich."
Wie furchtbar auch die Flamme war, in der wir einst
`zusammen` brannten, am Ende bleibt ein wenig Glut.
und dann?- dass es nur Asche ist- die letzte Spur
von Feuer, zeigt uns den Hass. Und wie teuer die kleine
Wärme ist, hab ich erfahren in diesem schlimmsten Jahr
von allen meinen Jahren. Was soll mich sonst noch hier
halten? Von unserer Liebe bleibt rein gar nichts, solange
diese Glut glimmt. Aber solange Glut da ist, kann auch
Feuer wieder angezündet werden...
Shion hat einst vor 10 Jahren gesagt: Solltest du
dich einsam fühlen, verlassen und einsam, solltest du
Hilfe brauchen, werde ich gern für dich da sein. Sollte
dir an Liebe fehlen, solltest du dich langweilen, oder
brauchst du vielleicht einen zum Reden, würde ich mich
zu dir eilen.
Solltest du aus irgendeinem Grund eine Schulter brauchen,
um dich einfach auszuweinen, oder brauchst du etwas
Aufmunterung, weigere dich nicht und ruf mich, ich werde
erscheinen. Das waren ja so verführerische Worte.
--- Mit einem letzten Atemzug hauchte ich ein Lebewohl in
die Stille
.
Der Schlag, der mein Herz durchstach, kam
unerwartet
Shion durchbohrte mit seiner Hand meine
Brust, Blut schoss in alle Richtungen--- es tat nicht
mehr weh. Ich schloss endlich die Augen, soll die Welt
doch untergehen- ich habe alles getan, um es zu
verhindern und scheiterte. Ich brannte, glühte und
erlosch im Feuer wahrer Liebe. Und einzig Asche, Feuer,
Rauch war das was übrig blieb. Du hast in deine ferne
Welt mich ganz hineingezogen, Shion und mich dabei ganz
unverwandt um meine Liebe betrogen. Ich weiß noch kaum
was du mir nahmst; So viel schienst du mir geben zu
haben... Du brachtest mir Glückseligkeit und raubtest
mir mein Leben. ich spürte ein pulsgerechtes,
warmes Sterben.
Ich hielt es noch in der Hand mein fast 1, 80 m
langes Schwert, das verfluchte Reiki und nun
klebte Blut daran, dein Blut Shion.
-------
Ich würde dich so gerne hassen, Shion, wirklich. Für
jede Träne, die ich deinetwegen vergossen habe, für
jeden Augenblick, an dem ich dachte du liebst mich, für
jeden Moment, an dem du bei mir warst, für jeden
Gedanken, den ich an dich verschwendet habe, für jeden
Schritt, den ich zu dir gegangen bin, für jedes Mal,
wenn wir uns näher kamen
für jedes Gefühl, das
ich für dich empfunden habe, für jede Vorstellung, die
ich von unserer Zukunft hatte, für jede Sekunde, die ich
dir nachgetrauert habe, für jeden Blick, den du mir
gewidmet hast, für jede Freude, die ich deinetwegen
gefühlt habe, für jedes Wort, das du an mich gerichtet
hast. Ich würde dich so gerne hassen, für jede Antwort,
die ich dir darauf gegeben habe, für jeden Ton, den ich
dabei gesprochen habe, für jedes Recht, das ich dir
zugesprochen habe, für jedes Lächeln, das ich dir
geschenkt habe, für jeden Kuss, den ich mir von dir
erlangt hatte, für jede Minute, die du mit mir verbracht
hast. Für all das würde ich dich so gerne hassen, aber
ich kann nicht, dafür liebe ich dich zu sehr!
Meine Gedanken waren alle nur noch bei ihm
mein Herz
raste, wollte nicht aufhören zu schlagen----
Mein Herz, hör doch endlich auf zu weinen, dachte ich,
du weißt doch, er hat mich nie geliebt. Liebes Herz,
hör doch auf ihn zu vermissen, du weißt doch, er kommt
nicht wieder, hör doch auf so laut zu pochen, er hört
es nicht. Hör jetzt auf Hoffnungen zu machen, es ist
doch schon längst vorbei. Meine Seele, hör verdammt
noch mal auf zu kämpfen, denn du hast den Kampf gerade
verloren, lass ihn doch endlich losbitte! Ach mein
kleines Herz, hör doch bitte auf zu schlagen, du weißt
doch, ich kann nicht mehr kämpfen, es ist
hoffnungslosich kann diesen Schmerz nicht mehr
ertragen!!!!
Es schneit immer mehr, es schmerzt ganz schön, und es
sticht mir ins Gesicht, doch das stört mich gar nicht
mehr. Die Wunde in meiner Brust blutet. Ich sehe Shion
`den Stein der vier Elemente` hoch heben, mit dem er
meine Seele aussaugen wird. Meine Qual ist dann auch bald
vorbei
Ich liege hier schon seit Stunden, wenn nicht noch mehr,
aber wahrscheinlich kommt es mir so vor, denn Shion ist
noch nicht fertig mit meiner Seele und ich lebe ja noch.
Meine unsichtbaren Tränen tropfen auf das Bild von
Shion, in meinem Gedächtnis. Weinen kann ich schon gar
nicht mehr, es ist als wäre alles in mir leer, als ob
mir die Tränen ausgegangen sind. Diese Leere hat er
hinterlassen. Ich sehe dunkle Schatten um mich herum
irren. Ich wollte schreien und doch blieb ich irgendwie
stumm. Die Schatten kamen immer näher, sollten die mir
meine ewige Ruhe geben? Ich wüsste zu gern, was dir
jetzt durch den Kopf geht, wo du mich so schutzlos und
fast tot auf den Boden liegen siehst. Ich stehe am
Abgrund und schaue runter, wird er es werden mein ewiges
Grab sein, dieser Abgrund?
Als ich Shion nicht kannte ich war zwar noch hier auf
dieser Welt, aber wusste nicht warum. Ich hoffe, er kann
mich ein bisschen verstehen, meine Trauer oder nicht? Ich
bin alleine ich will nur noch sterben, warum zögert er
überhaupt, warum dauert es so lange? Er hat mich
verdorben, also hab ich keinen Grund noch länger zu
leben.
Vor 9 Jahren
Jeden morgen wenn ich erwache, bist du mein erster
Gedanke Shion.
In diesem ersten Gedanken sehe ich dein bezauberndes
Lächeln und es macht mich glücklich.
Der Tag geht vorüber und dein Lächeln begleitet mich
auf meinem Weg, gibt mir Kraft, Mut und Sicherheit, die
Herausforderungen des Tages zu meistern, denn ein Teil
von dir begleitet mich., sagte ich fröhlich,
sitzend auf dem großen Bett. Die Sonne bräunte meine
Haut, das tat gut.
Die Nacht brach an, der Tag war vorüber und vor dem
Einschlafen sah ich noch immer Shions Lächeln,
warm und noch immer voller Herzlichkeit, und ich schlief
ein... Doch dann wachte ich auf, mitten in der Nacht um
Shion einen Kuss auf seine Stirn zu geben.
Und jetzt saß ich und weinte vor Freude. Ich will
einfach mal schreien vor Glück, dass es dich gibt.
Ich legte mich hin und schlief ein. Am nächsten Morgen
stand ich wie immer ganz früh auf zur
Priesterversammlungdie fand jeden morgen statt, man
redete über das Dorf und welche Veränderungen es gab,
wie viele Kinder geboren worden waren
und dann ging
ich wieder nach Hause, erfreut über das Wiedersehen mit
Shion. Er saß wie immer auf den Eingangsstufen und
lächelte, als er mich sah. Wieder sammelten sich Tränen
unter meinen Lidern - warme, glückliche Tränen, sie
liefen mir über die Wangen
und brannten auf meinem Gesicht. Shion stand auf ging zu
mir und umarmte mich ganz fest.
Dummkopf, hör endlich auf zu weinen! Ich kann es
einfach nicht ertragen, wenn deine Tränen fließen, auch
nicht, wenn es die Tränen des Glückes sind. Ich liebe
dich! Ich kuschelte mich in seine Umarmungwir
standen noch da, bis die Sonne unterging. Im Bett lag ich
auf seiner starken Schulter und fragte ihn:
Shion? Weißt du noch, wie wir uns kennen gelernt
haben? Er legte seine Hand auf meinen Rücken und
sagte: Wie könnte ich es vergessen?!
Du
warst in einen Kampf gegen einen Wasserdämon
verwickelt
und der war ziemlich clever und hat dich
schlimm verwundet. Ich reiste um die Welt und kam vorbei
als du die Bestie getötet hast. Du hast sehr stark am
Rücken geblutet. Shion strich über meine Narbe an
der linken Seite meines Rückens. Tja und du
konntest nicht mehr gehen, also habe ich dich bis zu
deinem Haus getragen. Du wohntest alleine und keiner
konnte sich um dich kümmern also blieb ich bei dir und
verband deine Wunde. Er hob meinen Kopf ein
Stückchen nach oben und gab mir einen leidenschaftlichen
Kuss. Ich lächelte und umarmte ihn nur noch fester.
Du kannst deine Finger wohl einfach nicht von mir
lassen, was? Er sah mich liebesvoll an und
schüttelte den Kopf. Ich weiß ja noch wie unser
erster Kuss war!, lachte ich.
Ja und dann hast du mir eine geballert!, er
lachte und fing an mich durch zu kitzeln.
Au, nein das stimmt gar nicht
hihi ..hör
auf
haha!, ich lachte.
Natürlich das wahr ja ein versehen!,
erinnerte sich Shion. Nachdem ich bei dir leben
durfte, weil ich dir geholfen hatte, warst du trotzdem
wütend, weil ich dich doch `nackt` gesehen habe, als ich
dich verband! Du bist durch die ganze Hütte gelaufen und
irgendwas gemurmelt, und ich hatte gerade nass gewischt.
Du bist ausgerutscht und auf mich rauf gefallen, genau
richtig! Dann als wir wieder aufgestanden sind, hast du
mich nur ganz komisch angeguckt, du warst ziemlich rot.
Und dann hast du eine giftige Mücke auf meiner Wange
gesehen, und dann na ja- es gab erstmal ein
Missverständnis. Doch dann kamen wir uns näher und ich
sagte zu dir ganz offen, was ich für dich
empfinde! Shion atmete auf. Ich sah ihn mit
unschuldigen Augen an.
Sag es noch mal!!!, bittete ich ihn.
Ich liebe dich- du bist mein Leben, mein Herz und
meine Seele! es war eine schöne Nacht, die
schönste von allen! -----
Mit dem Bruch des Herzens stirbt das Lachen. Mit dem Fall
der Tränen vergeht die Hoffnung. Alles was der Traum
versprach verschwindet. Stumpfe Gedanken stürzen in das
Loch, das der Verlust in die Seele riss. Aus der Stille
der Trauer löste sich ein Teil von mir und versuchte
vergeblich das Loch wieder zu schließen, wie hilflos ich
doch auf einmal bin!
Komm zu mir schwarzer Engel, komm mit deinen großen
Flügel, nimm mich mit, flieg fort mit mir dorthin, wo
Liebe noch zählt überallhin- nur nicht in die Hölle.
Ich kann hier nicht bleiben, es ist so kalt, bring mich
weg! ---Meine Gedanken verschwanden ---Shion hatte meine
Seele vollständig mit den magischen Stein
ausgesaugt
es wurde schwarz
keine Gedanken,
kein Schmerz- nur Freiheit! Ich war tot!
Ich hörte etwas, ein Schluchzen- ein Schluchzen einer
Frau? Heißt das, dass ich noch lebe, aber wie ist das
denn möglich? Ich versuchte meine Augen zu öffnen,
meine Glider waren schwer und schmerzten. Ich hörte
diese Frau jetzt ganz laut weinen und eine männliche
Stimme im Hintergrund. Mein Körper fühlte sich so
leicht an, könnte es sein, dass ich schwebe?! Auf einmal
wurde es so warm, dass ich glaubte schwitzen zu müssen.
Ich riss mich zusammen und öffnete meine Augen----
Die Ewigkeit und der Tod sind Geschwister, einer kann
ohne den anderen nicht existieren. Genauso wie das Böse
und das Gute, Hell und Dunkel. Sie sind zwar ziemlich
verschieden, doch sie ziehen einander an, eigentlich ohne
es zu wollen---
Devva!, schrie ich. DEVVA! Kannst du
mich
. Ich verstummte, ich sah nämlich alles
von oben---- ich war tot?! Aber auch wenn, meine Seele
müsste doch den Satan geopfert werden, was soll das
alles?
Sitze nicht an meinem Grab und weine, Devva. Ich
bin nicht dort, siehst du mich etwa nicht? Ich bin noch
nicht tot. Ich bin in den tausend wehenden Winden. Ich
bin die Stimme, die du hörst, meine Seele ist noch hier,
bitte rette mich!, ich schrie und schrie, Devva sah
nur meinen toten, verbluteten Körper in der kalten Erde
liegen und umarmte ihn, ihr Zwillingsbruder Liegrin
stand neben Devva und sah entsetzt zur Seite. Aber warum
war meine Seele noch hier? Stille ist nun eingekehrt
wider unsern Willen, Devva weinte nicht mehr, hatte sie
meine Stimme gehört? Nichts blieb am meinen Körper
unversehrt, es war mit Wunden gekleidet. Sie sah meinen
Körper an und weinte wieder, nein sie sah mich
nicht leider
Liegrin ging zu ihr und legte seine Hand auf Devvas
Schulter.
Wir haben alles getan, was wir konnten Schwester,
es hat leider nichts gebracht- es ist aus. Sie
ließ meinen Körper zu Boden sinken, stand schnell auf
und mit Tränen in den Augen gab sie Liegrin eine dicke
Ohrfeige.
Wie kannst du es wagen, Yazime aufzugeben?! Sie war
wie unsere kleine Schwester, sie hat so viel für uns
getan und nun werden wir sie retten, verstanden?! Wir
versuchen noch mal den Wiederbelebungszauberspruch
für eine gestohlene Seele. Niemand wird mir meine
Schwester wegnehmen, nicht einmal der Satan selbst!
Die Geschwister kreuzten die Hände über meinen Körper
und sangen leise ihren Zauberspruch: Allas destu,
midora lichar, schiku nii leno! Und das immer und
immer wieder, bin ein helles Licht aus ihren Handflächen
erschien. Desto lauter sie sangen desto heller und heller
wurde dieses Licht. Eine Sekunde war es sogar blendent,
ich schloss die Augen. Als alles vorbei war, der Licht
weg war, verschwand auch mein Körper--- ganz genau er
löste sich in Luft auf. Das war völlig klar, Devva war
ziemlich tollpatschig und versprach sich meistens bei
jedem Zauberspruch. Und doch hatte sie so ein großes
Herz, das für die ganze Welt reichen könnte. --- Als
Devva sah, was passierte, fing sie an zu fluchen und sich
selbst zu beschimpfen. Ich sah sie an, ich schwebte immer
noch, ich wusste sie hörte mich nicht, aber ich musste
einfach etwas sagen, wenigstens um mich besser zu
fühlen, gegenüber Devva und Liegrin.
Hör auf. Es nützt dir nichts. Bevva hörte
auf zu fluchen, hob ihren Kopf hoch und sah in meine
Richtung genau mir in die Augen. Sie öffnete den Mund,
wollte etwas sagen, aber brachte kein Wort heraus. Sie
stotterte nur und zeigte mit dem Finger auf michJA,
sie konnte mich sehen! Liegrin sah seine Schwester erst
fragend an, doch als er in meine Richtung sah, öffnete
sich auch sein Mund. Devva flossen Tränen aus den Augen,
sie sprang auf und lief zu mir, wollte mich umarmen und
bereitete schon ihre Arme aus, als sie durch mich
hindurch lief und auf den Boden fiel. ---Es war Stille,
wieder mal! Liegrin ging zu mir und wollte mein Gesicht
anfassen, doch das klappte nicht, es war so als sei ich
gar nicht da, nur Farbe und eine Stimme.
Yazime, bitte verzeih mir!!, weinte Devva.
Ich drehte mich um und schwebte zu ihr, wollte die Hand
auf ihre Schulter legen, aber vergeblich--- ich war ein
Geist.
Schon gut, ich bin nun mal ein bisschen
durchsichtig, was solls?! Sie lächelte
wieder. Jetzt könnt ihr mich auch endlich hören,
davor als ihr den Zauber noch nicht ausgesprochen habt
,war ich zwar auch da, doch ihr konntet mich weder sehen
noch hören. Devva stand auf und nickte nur auf
meine Antwort.
Was sollen wir denn tun, so können wir dich nicht
bleiben lassen!, sagte Liegrin. Ja, aber jetzt viel
mir ein, Shion!- wo ist er?
Hört mal, ihr beiden
, in meiner Stimme
fand ich wieder diese Trauer, als ich über Shion sprach.
Habt ihr hier jemanden gesehen, der vielleicht in
diese Richtung ging? Ich zeigte mit dem Zeigefinger
in die Richtung, in die Shion gegangen ist, wenn ich das
jedenfalls im Sterben noch richtig gesehen habe. Devva
wusste sofort, was ich meinte, sie kannte mich in- und
auswendig. Sie stand auf und zitterte sogar vor Zorn, den
man aus ihren Augen deutlich entnehmen konnte. Sie sah
mir in die Augen. Ihre tiefblauen Augen waren wie das
beruhigende, fließende Meereswasser. Doch in diesen
Augenblick sah es so stürmisch aus, das Meer. Mit zwei
Meter hohen Wellen, Blitzen und Regen.
Sag mal, tickst du nicht mehr ordentlich, wie
kannst du nur noch an ihn denken, nach alldem!
Liegrin sah da überhaupt nicht mehr durch, er guckte
erst zu mir, denn zu seiner Schwester und so immer hin
und her.
Kann mir mal einer erklären, was hier los ist, und
worüber ihr jetzt redet? Wir sahen ihn beide böse
an und sagten in einem Ton: NEIN! DAS GEHT DICH
ÜBERHAUPT NICHTS AN!
Es war mir jetzt eigentlich egal, ich hatte Shion
verloren...mein Leben auch!
*Alle
Namen wurden geändert*
Zusatz: Die Geschichte ist frei ausgedacht, außer die
Gefühle der Ich-Erzählerin - die habe ich wirklich
erlebt...
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