| Dynasticia de
Croix / Juli 2004 Pure,
reine Trauer
Nebel
der Zeit schließen sich um mein Herz, um mein Sein, um
meine Einfalt.
Ich der ich in meiner Ignoranz und Blindheit lebe obwohl
ich all dies verfluche.
Mich zu richten nach dem rechten Weg, Wege voller Freude
und Ehrlichkeit.
Doch wenn die Sonnestrahlen, meine Augen verbrennen, mich
verbrennen, all die Vorsätze verbrennen.
Alle Mauern niederreissen, mir zum Schutz und nicht aus
Ignoranz gebaut.
Gebaut aus Liebe und Mut und Glaube! Dann stirbt meine
Seele noch ein Stück mehr.
Verendet in den tiefen aller Last um erneut in ihrer
Urform zu erstehen,
gemäntelt und abgeschirmt von Hass und Blindheit.
Stur sich dem Tag erwehrend.
Lass mich nicht sterben.
Lass mein Gefühl nicht sterben !
will ich schrein, doch nichts nur als ein Stöhnen purer
Trunkenheit aller Sinne.
Rette mich, Nacht !
Wie eine unbändige Kreatur stürze ich mich auf deinen
Schatten.
Du streichelst meine Augen, schmeichelst meiner Haut.
Alles was entzündet schien von der unbarmherzigen
Helligkeit küsst du wieder gesund - geliebte Nacht.
Du einziges Wesen das Emotionen in mir wecken kann.
Du einziges Gefühl das meine Sinne berauschen kann.
Ich sterbe wieder Teil für Teil in deinen Armen nur um
neu zu erstehen in meiner unbändigen Willdheit.
Kraftvoller denn je, aber schwach im Herzen und immer
noch taub tief in mir.
|
| Dynasticia de Croix / Juli
2004 Wortsliebe
Die
Nacht ist klar vor Kälte.
Deine Hände - tot wie Leichenfinger - glimmen golden,
rot im Feuerschein. Fingernägel aus Glas.
Wie Tau auf Rosenblättern, klebt noch Wein an deinen
Lippen.
Fest sind deine Lieder geschloßen, wie Farngräser - so
fein - sind deine Wimpern.
Kleine Schluchten ziehen sich über deine Stirn, scheinen
tiefer als gewöhnlich im Licht der brennenden Hölzer.
Leblose Züge, so unbewegt und friedlich in ihrer
Unschuld.
Ein vergessenes Kind der Natur, überlassen der
Nachtluft, der finstren Schönheit.
Lebe ... schreit dein stiller Geist, der weiter schwebte
als deine Beine dich je tragen werden.
Dein Herzschlag scheint das einzige Geräusch das es wagt
die Stille zu durchbrechen ... schweigt nicht !
Gib meinem Ohr etwas zu lauschen.
Wenn unsichtbar die Luft deine Rippen hebt, der warme
Atem deinen Mund umspielt,
in der kalten Luft ein Hauch sich wiederspiegelt.
Ich schaudere ... ich will nicht wagen deine weisse,
weiche Samthaut zu berühren.
Die graubraunen Haare, glänzend, schimmernd !
Lass es regnen ... die Tränen weg, die Wunden
auszuwaschen.
Verlassen vom Guten wie es scheint.
Deine Füße geschunden von deinem Weg über stures
Gestein.
Regen und ein Seufzen so süß wie Honig.
Unsterblich sollten deine Züge sein, geprägt von Wissen
und Gefühl, das du seit Jahren hegen durftest.
Vergessen all die Schinderei die mich je plagte, wieder
plagen wird.
In Wachs gegossen deine Lieblichkeit.
Vergib wenn du mich finden magst, den Blick nicht
abwenden könnend.
Die Elfenbeinaugen, silber - braun, die mich ansehen
mögen.
Ihre Klarheit so vernichtend. Ihre Versonnenheit so
stark.
Wie Glocken, die Regentropfen auf den Blättern.
Wie ein klirrendes Schlaflied - ihr Gesang.
Rede Mond, sprich mit dunklen Engelszungen einen Bann.
Für die Ewigkeit soll er in deinem Licht gebadet sein.
Sanfter, sag: Welchen Todfeind soll ich für dich töten,
welche Schmerzen lindern, welche Lasten für dich tragen
?
Oh, Fortuna! Lass ihn glücklich sein, meine Puppe mit
den sehnigen Porzellanhänden,
mit dem strahlend, fahlen Gesicht - mit gemalten Augen,
aber blind für deine Anmut!
Wenn du dich bewegst, mein Wesen, ist es fliessende
Hingabe !
Mehr fliegen als gehen, doch mehr menschlich als
unmenschlich !
Wenn eine Macht dich schuf ... - wenn je Gott selbst
diesen Engel nicht liebte, so täte es das Universum an
seiner Stelle.
Nun deck dich zu mit meinem Sternenkleid.
Schwarz wie Ebenholz legt sich die Nacht über alles
Rot wie Blut dein glimmendes Feuer.
Zusatz:
Wortsliebe war eigentlich als Gedichtband gedacht, leider
haben sich meine Träume in der Hinsicht verlaufen ;(
Dunkle Grüße, Dynasticia de DAR
|