'Strange
Stories'
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Die Geschichte von Skoposville
| Majestätisch thront das
weiße Gemäuer des Schlosses derer von Skopos über der
Insel. Eingebettet in das satte Grün der Landschaft. Von
den Bewohnern der Insel war schon lange keiner mehr dort
oben, ranken sich doch seit dem mysteriösen Tod des
letzten Besitzers unheimliche Geschichten um Skoposville. "Wer wohnt eigentlich in dem prachtvollem Haus dort oben?" fragte ich den Wirt in der ärmlich wirkenden Taverne. "Niemand", flüsterte er, und zog merklich den Kopf ein, während er mir ein Glas Mythos über den Tresen schob. "Schon lange nicht mehr." Nach dem dritten Ouzo und einigen Flaschen Bier, die ich ihm spendierte, war er bereit. mir darüber zu erzählen. "Kommen sie kurz vor Mitternacht, wenn ich den Laden schließe zu mir in die Stube", und er deutete zu einen kleinen Tisch neben dem Eingang. Als die Kirchenuhr elfmal schlug, machte ich mich auf den Weg. Die Dorfstraße lag verlassen da, und der aufkommende Nebel dämpfte das spärliche Licht der wenigen Straßenlaternen. Auch schien es das ein Gewitter im Aufziehen war, den über dem Meer konnte ich bereits das Aufzucken vereinzelter Blitze sehen. Ich klopfte an die Türe. Der Wirt öffnete die Tür nur eine kleines Stück und deutete mir, indem er den Finger auf den Mund legte, ich solle leise sein. So wie er bedacht darauf war, nur ja keinen Lärm zu machen und liess mich rasch durch den schmalen Spalt schlüpfen, um danach sofort wieder den Schlüssel im Schloss umzudrehen. Es dauerte eine Weile, bis sich meine Augen an die Dunkelheit im Innenraum gewöhnt hatte. Zumal nur ein Kerzenstummel am Tisch brannte. Er holte einen Krug mit Kraßi und zwei Gläser, wovon er eines vor mich hinstellte und mir einschenkte. Schwerfällig setzte er sich auf den Stuhl mir gegenüber und entzündete eine neue Kerze. Also, begann er mit gedämpfter Stimme und schob dabei unaufhaltsam die Perlen seines Komboloi hin und her.
"Auf
Skoposville lebte vor langer Zeit ein Mann .Ihm gehörten
die Ländereien auf der Insel und die Menschen waren von
ihm abhängig. Er war hart und ungerecht , er herrschte
dort mit eiserner Faust und es konnte ihm niemand was
recht machen. Er konnte keine Verfehlung verzeihen und
die Dienstboten fürchteten ihn und seinen Jähzorn.
Außer seinem Töchterlein, das er abgöttisch liebte. Um
nicht zu sagen, er betete sie an, sein Ein und Alles,
seinen Sonnenschein. Irgendwann geschah es, das sie sich
verliebte. Sie wusste, das es derjenige war, mit dem sie
eine Familie gründen und für immer zusammen bleiben
wollte, genauso wie sie wusste, das dies ihr Vater
niemals dulden würde, zumal der junge Mann ein armer
Schlucker war, der nichts besaß, und täglich in der
Taverne seines Vaters schuftete. Also fanden alle Treffen
der Beiden heimlich statt. Immer darauf bedacht, das der
Vater nichts davon merkt. Eines Tages nahm sich der junge
Mann ein Herz und seinen ganzen Mut zusammen und hielt
beim Vater um die Hand des Mädchens an. Dieser jedoch
lachte nur grimmig und jagte ihn, indem er ihm die Hunde
nachhetzte aus dem Haus. Seine Tochter jedoch sperrte er
im Hause ein, sodass sie den Liebsten nimmermehr
wiedersehen sollte. Das Mädchen weinte bitterlich." |
Eine Geschichte von Deianeira / Februar 2008 Zusatz-Info
von Deianeira: |
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